Godramstein Kirche

Zur Geschichte der Kirche

Die Prot. Kirche in Godramstein wurde 1774 an Stelle einer früheren älteren Kirche erbaut. Das Fundament des 32 m hohen Turms stammt aus dem 13. Jh., das spätgotische 3. Geschoss aus dem 15. Jh. Der rechteckige Innenraum der „Saalkirche“ ist im bayerischen Barock gestaltet. Um den reformierten Altartisch, von einem „Pfarrgärtlein“ umgeben, fügt sich harmonisch das barocke Kirchengestühl ein. An der Ostseite über dem Altar befindet sich die verzierte, barocke Kanzel. Gegenüber auf der Empore erhebt sich die einmanualige Rummelorgel von 1780/81 mit barockem Orgelprospekt und mechanischer Traktur.

Kirche Godramstein Pfarrgärtlein
Renovierung der Orgel

Für Albert Schweitzer war „eine Kirche ohne Orgel wie ein Körper ohne Seele“, für Mozart ist sie die Königin der Instrumente. Kein zweites Instrument hat eine solche musikalische Vielfalt. Schweigt sie im Gottesdienst, fehlt den Menschen etwas.

Daten und Fakten unserer Orgel:

1781:     Erbaut von Nicolaus Rummel d. J. (* 1745 in Linz, + 1839 in Edenkoben)
1901:     Reparatur und teilweise Umgestaltung durch Joseph Poppe
1971:     Renovierung und Erweiterung durch Gebr. Oberlinger, nur tlw. Wiederherstellung historischer Substanz
2017:     Die Renovierung und Instandsetzung durch die Firma Steinmeyer erfolgt über Sommer.
               Feierliche Wiederindienstnahme mit Gottesdienst und anschließendem Empfang  am 16. September 2017.

 
Godramstein Orgel
Kessler-Fresken

Links und rechts der Kanzel fallen zwei monumentale Gemälde ins Auge – ungewöhnlich für eine reformierte Kirche. 1930 willigten der damalige Pfarrer Runck und die Gemeinde in die Ausmalung der Kirche ein. Die Fenster an der Ostseite wurden zugesetzt und die Kanzel von der Seite in die Mitte verlegt, um Platz zu schaffen für zwei 4 m hohe und 3,80 m breite Fresken: In den Jahren bis 1934 schuf der Godramsteiner Maler Adolf Kessler in Freskotechnik seine Werke „Kreuzigung Christi“ und „Auferstehung“. Er erfüllte sich so den Wunsch, in der Kirche ein Wandbild zu malen, in der er getauft und auch konfirmiert wurde.

Kanzel m Fresken frontal vor Renovierung


Links der Kanzel entstand das Fresko „Kreuzigung Christi“. In der Mitte am Kreuz, das Haupt nach unten gebeugt, der Gekreuzigte. Darunter bewegen sich wild im Kreis Kriegsknechte, die um den Rock Christi würfeln. Seitlich befinden sich die Kreuze der beiden  Schächer (bibl.: Räuber, Mörder), darunter jeweils eine Menschengruppe. Für Kesslers Arbeitsweise ist es charakteristisch, dass er Personen nach Studien malte, die er mit Hilfe von Modellen seiner Zeit fixierte. Unter dem lästernden Schächer befindet sich eine Gruppe spottender Gestalten vor einer roten Fahne. Es sind Lenin und Trotzki zu erkennen. Kessler bezeichnete beide als die „größten Spötter auf das Christentum“. Die Kriegsknechte sind entsprechend dem damaligen Zeitbild schurkenhaft dargestellt. Unter dem Kreuz des reuigen Verbrechers stehen trauernde Anhänger Christi, die sich dem Erlöser verzweifelt zuwenden, porträthaft dargestellt, u.a. Kesslers Frau Lili und die Mutter einer Presbyterin.

Auf dem rechten Fresko steht der auferstandene Christus mit hoch erhobenen Armen, seine Wundmale zeigend, auf einem Felsvorsprung. Eine über Eck liegende rechteckige Steinplatte weist auf das Grab hin, das Jesus soeben verlassen hat. Hinter dem Auferstandenen brechen aus der Tiefe des Raumes gleißend Lichtstrahlen hervor: Christus als „Licht der Welt“. Wenn sich in der Kreuzigungsszene der Kreis der Kriegsknechte unterhalb Christi zentriert, so  schleudert im Auferstehungsbild die göttliche Lichtkraft diese auseinander, lässt sie taumeln, fliehen – Symbol für Christi Sieg über den vergeblichen  Aufruhr der Verlorenen. 

Während im Hintergrund des Kreuzigungsbildes Pappeln und Weite des Südpfälzer Queichtals erkennbar sind, so verlegt Landschaftsmaler Kessler das Auferstehungsbild in die enge Felslandschaft des Wasgaus.

Dank der guten Tagesbeleuchtung der Kirche kommen die Hellfarbigkeit der „Kreuzigung“ und die Wechselwirkung von Hell und Dunkel in der „Auferstehung“ gut zum Ausdruck. Die dunklen und hellen Farben schaffen Raumtiefe. Die Bilder korrespondieren farblich und formal miteinander gerade durch die Gegensätze. Diese Spannung verbindet beide eng miteinander, wenn sie auch durch die Kanzel räumlich getrennt sind.

Die Präsentation der beiden Fresken erfolgte beim Gustav-Adolf-Fest am 14. Juli 1934.      

Zusammengestellt von Presbyter Erich Steuerwald, Godramstein
Alle Fotos auf dieser Seite von Presbyterin Dorit Simon, Godramstein

Quelle: Überarb. Auszug v. Weber/Blinn: ‚Adolf Kessler - Leben und Werk‘

Kirche Godramstein von Hauptstraße

 

 

 

 

 

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