DAS NEUE JAHR - ES ÖLFFNET SEINE TÜREN - PRESBYTERGOTTESDIENST am 19.01.2020

„Eine Tür öffnet sich“

1. Mose 12,1-4a: Und der Herr sprach zu Abraham: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandt-schaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden. Da zog Abraham aus, wie der Herr zu ihm gesagt hatte, und Lot zog mit ihm.

Diese Bibelstelle stand am Anfang eines besonderen Gottesdienstes, zu dem Mitglieder des Godramsteiner Presbyteriums bereits zum zweiten Mal eingeladen hatten. Abraham führte die Gottesdienstbesucher*innen gedanklich weiter zu den Themen „Eine Tür schließt sich“, „Man kann sich auch ein Hintertürchen aufhalten“, „Neue Türen gehen auf“.

1. Mose 13,1-12 in Auswahl: So zog Abraham herauf aus Ägypten mit seiner Frau und mit allem, was er hatte, und Lot auch mit  ihm  ins  Südland. Abraham aber war sehr reich an Vieh, Silber und Gold. Lot aber, der mit Abraham zog, hatte auch Schafe und Rinder und Zelte. Und das Land konnte es nicht ertragen, dass sie beieinander wohnten; denn ihre Habe war groß und sie konnten nicht beieinander wohnen. Und es war immer Zank zwischen den Hirten von Abrahams Vieh und den Hirten von Lots Vieh. Da sprach Abraham zu Lot: Lass doch nicht Zank sein zwischen dir und mir und zwischen meinen und deinen Hirten; denn wir sind Brüder. Steht dir nicht alles Land offen? Trenne dich doch von mir! Willst du zur Linken, so will ich zur Rechten, oder willst du zur Rechten, so will ich zur Linken. Also trennte sich ein Bruder von dem andern, so dass Abraham wohnte im Lande Kanaan und Lot in den Städten am unteren Jordan.

1. Mose 16,1-13 in Auswahl: Sara, Abrahams Frau, gebar ihm kein Kind. Sie hatte aber eine ägyptische Magd, die hieß Hagar. Und sie sprach zu Abraham: Siehe, der Herr hat mich verschlossen, dass ich nicht gebären kann. Geh doch zu meiner Magd, ob ich vielleicht durch sie zu einem Sohn komme. Und Abraham gehorchte der Stimme Saras. Und er ging zu Hagar, die ward schwanger. Als sie nun sah, dass sie schwanger war, achtete sie ihre Herrin gering. Da sprach Sara zu Abraham: Das Unrecht, das mir geschieht, komme über dich! Ich habe meine Magd dir in die Arme gegeben; nun sie aber sieht, dass sie schwanger geworden ist, bin ich gering geachtet in ihren Augen. Der Herr sei Richter zwischen dir und mir. Abraham aber sprach zu Sara: Siehe, deine Magd ist unter deiner Gewalt; tu mit ihr, wie dir's gefällt. Als nun Sara sie demütigen wollte, floh sie vor ihr. Aber der Engel des Herrn fand sie bei einer Wasserquelle in der Wüste. Und er sprach zu ihr: Ich will deine Nachkommen so mehren, dass sie der großen Menge wegen nicht gezählt werden können. Siehe, du bist schwanger geworden und wirst einen Sohn gebären, dessen Namen sollst du Ismael nennen; denn der Herr hat dein Elend erhört. Und Hagar nannte den Namen des Herrn, der mit ihr redete: Du bist ein Gott, der mich sieht.

1. Mose 21,1,2a+3: Und der Herr suchte Sara heim, wie er gesagt hatte, und tat an ihr, wie er geredet hatte. Und Sara ward schwanger und gebar dem Abraham in seinem Alter einen Sohn. Und Abraham nannte seinen Sohn, der ihm geboren war, Isaak.

Neue Türen gehen damit auf. Zwei Monate nach diesem Gottesdienst ist das Thema „Türen“ uns allen sehr nah:

Neue Türen gehen auf: auch nach der Corona-Krise?

  • Werden wir uns dessen bewusst, dass wir Menschen abhängig sind voneinander?
  • Wird uns die Pandemie zeigen, dass wir Menschen uns gegenseitig brauchen?
  • Wird es uns wirklich klar, dass nur ein diszipliniertes Vorgehen in Zusammenhalt und tatkräftiger, wertschätzender Unterstützung zum Erfolg führen und eine neue Tür aufstoßen kann?

Dieser im Gottesdienst zitierte Text von Dietrich Bonhoeffer ist gerade aktueller denn je:

Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen. Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandkraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein. Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten. Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Fatum ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

Bonhoeffer schrieb diese hoffnungsvollen Worte in der Haft. Auch wir fühlen uns gerade wie im Gefängnis: Wir müssen soziale Kontakte reduzieren, wir sind in unseren Freizeitbeschäftigungen sehr eingeschränkt, ja wir dürfen teilweise nicht mal arbeiten gehen. Und doch: Nehmen wir uns die Worte dieses großen Theologen zu Herzen! Fassen wir Mut! Ursula Kaulartz

 

JEDES JAHR FEIERN AM ERSTEN FREITAG IM MÄRZ …

… weltweit Frauen aller Konfessionen den Weltgebetstag. So fand am 6. März 2020 auch in unserer Kirche ein ökum. Gottesdienst statt. Für 2020 wurde Simbabwe als Weltgebetstagsland ausgewählt, das durch jahrzehntelange Miss-wirtschaft und Korruption zu einem der meistverschuldeten Länder der Welt zählt. In Simbabwe kämpfen die Frauen schon lange für mehr Rechte und eine Verbesserung der Lebensumstände. Es besteht eine große Diskrepanz zwischen Frauenrechten auf dem Papier und ihrer Umsetzung. Zwar ist laut Gesetz jegliche Diskriminierung aufgrund des Geschlechts verboten, doch an der gelebten Realität hat dies kaum etwas geändert. Besonders auf dem Land herrscht weiterhin das Patriarchat, weil Männer dort häufig nur das traditionelle Gewohnheitsrecht gelten lassen. So werden zum Beispiel Frauen nach dem Tod ihres Mannes ihrer Besitztümer beraubt und vertrieben, häusliche Gewalt gilt als „natürliches Recht“ von Männern und auch die Zwangsverheiratung von jungen Mädchen wird weiterhin durchgeführt. Um auf diese Missstände aufmerksam zu machen, wurden Texte, Gebete, Lieder und Informationen von christlichen Frauen aus dem afrikanischen Land zusammengetragen. Sie standen alle unter dem Motto „Steh auf und geh!“ in Anlehnung an Johannes 5,2-9a.

Das Weltgebetstagsteam unserer beiden Kirchengemeinden und der Ökum. Flötenkreis bereiteten den Gottesdienst in Godramstein vor. Er wurde durch viele Lieder und nachdenkliche Texte sehr abwechslungsreich gestaltet. Eine bunte Bildershow brachte zu Beginn Land und Leute Simbabwes näher und eine Bildbeschreibung des diesjährigen Titelbildes, machte noch einmal die Geschichte des Landes und die derzeitige Situation Simbabwes deutlich. Es wurden Briefe aus Simbabwe vorgelesen und mit einem Rollenspiel der Envision Zimbabwe Women's Trust vorgestellt. Hüter der Traditionen sind die traditionellen Chiefs. Sie stehen oft im Zentrum der Konflikte, wenn moderne Einflüsse und alte Traditionen aufeinanderprallen.

Hier setzt Envision Zimbabwe Women’s Trust den Hebel an: Envision weicht den Konflikten nicht aus, sie sieht sie vielmehr als Chance, um Veränderung herbeizuführen und versucht Konflikte gewaltfrei zu lösen, damit Geschlechtergerechtigkeit und Demokratie keine leeren Worte sind. Insbesondere jetzt, da Simbabwe vor den Trümmern der Vergangenheit steht und die Zukunft große Herausforderungen bringt, ist das Engagement für die Stärkung der Frauen wichtiger denn je. Entwicklung braucht beide – Männer wie Frauen – gleichberechtigt. Envision Zimbabwe wurde in Eigen-initiative von einer Gruppe von Frauen gegründet, die der untätigen Regierung nicht länger zusehen, sondern selbst für eine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen kämpfen wollten. Ganz nach dem Motto „Steh auf und geh!“ -> „Tu was; nimm dein Leben in die Hand!“ Darüber hinaus werden weltweit noch weitere unterschiedliche Projekte unterstützt. Allen gemeinsam ist das Ziel, eine Welt zu schaffen, in der Mädchen und Frauen selbstbestimmt leben können.

Die in unserem Gottesdienst eingesammelte Kollekte in Höhe von 435,60 € soll diese Projekte unterstützen. Im Anschluss an den Gottesdienst kamen die Besucherinnen im Gemeindehaus noch in den Genuss von landestypischen Gerichten aus Simbabwe und hatten reichlich Zeit zum Austausch. Die Vorbereitung und Durchführung des Weltgebetstages hat wieder viel Spaß und Freude gemacht! Im nächsten Jahr dürfen wir uns auf das Land Vanuatu in Ozeanien freuen. Ilka Cloß-Schneider

 

„RICHTIG SCHÖN IST ES HIER. WIR KOMMEN GERNE WIEDER. VIELEN DANK FÜR EURE ARBEIT!“

Diese Worte hörte man oft beim Wintercafé im Prot. Gemeindehaus in Godramstein in der Krämergasse 2. Die Prot. Kirchengemeinde lud in Verbindung mit „Kommune der Zukunft“ von Oktober 2019 bis März 2020 jeden zweiten Donnerstag im Monat jeweils ab 15.00 Uhr ein.  Oft schon eine halbe Stunde vorher er-schienen die ersten der immer zwischen 20 und 40 Besucher*innen. Sie konnten sich in gemütlicher Atmosphäre bei Kaffee und Kuchen sowie bei guten Gesprächen mit netten Leuten ein paar schöne Stunden gönnen. Obwohl für die Besucher*innen alles kostenlos war, spendeten diese aus Dankbarkeit sehr gerne. Von dem Erlös wurden 40 Sitzkissen und eine Kiste zum Aufbewahren für die Leichenhalle am Friedhof gestiftet sowie ein Betrag für die Erneuerung der Gemeindehausküche überwiesen.

Leider musste der Apriltermin wegen der Corona-Krise abgesagt werden. Umso mehr hoffen alle, dass im kommenden Oktober das Wintercafé in ge-wohnter Form wieder geöffnet werden kann. Ganz besonders freut sich das Wintercafé-Team mit Sonja, Renate, Anneliese, Heidi und Brigitte. Der neue Beginn wird rechtzeitig durch Plakate und Abkündigungen bekannt gegeben. Es sind wieder alle herzlich willkommen! Das Wintercafé-Team

 

ABENTEUER UNTERWEGS MIT BURGÜBERNACHTUNG

Ablauf: Wir werden nach Dahn fahren und von dort zu einer Burg wandern, wo wir die Nacht unter freiem Himmel verbringen.
Mitzubringen: Festes Schuhwerk, Schlafsack, Isomatte, Stirn - oder Taschenlampe (Feuer ist nicht erlaubt) und genügend Wasser für die 2 Tage. Außerdem einen passenden Rucksack, denn die Übernachtungsgegenstände müssen selber getragen werden und die Verpflegung wird auch noch mit aufgeteilt. Auszug aus dem Infobrief

Guten Tag,
bevor ich diesen Bericht starte, stell´ ich mich erstmal vor: Mein Name ist Katja Weißmann (ja, die Tochter Ihrer Pfarrerin), und ich war mit drei weiteren Konfis aus Godramstein (Sophia Siener, Julius Keller und Louis Maußhardt) bei der Übernachtung auf der Burg Neudahn mit dabei! Ausgenommen von uns vier, da wir bereits in Godramstein eingestiegen sind, ging es für alle am 13. September nachmittags um 14.54 Uhr ab Albersweiler mit dem Zug nach Hinterweidenthal. Mit dem Bus sind wir von dort aus nach Dahn gefahren. Nachdem die Versorgung auf die Rücksäcke aufgeteilt war, sind wir zur Burg Neudahn gewandert. Das erste, was wir dort gemacht haben, war, die Schlafplätze zu richten. Unser Essen, in Picknickform auf einer Decke, war danach schnell verspeist. Dann trat die Dämmerung ein, was der Startschuss für mehrere Runden Verstecken in der Burg und ein Kartenspiel namens Werwolf war. Am nächsten Morgen war zwar alles klamm, aber die Nacht war nicht so kalt wie man es sich vielleicht vorgestellt hat. Als wir langsam aus den warmen Schlafsäcken in den kalten Tag gekrochen waren, haben wir unsere Sachen gepackt und gefrühstückt. Dann sind alle noch schnell aufs Klo. Das war nicht so komfortabel wie zu Hause. Es gab auf der Burg ja keine wirkliche Toilette, weswegen wir am Tag zuvor „WC-Plätze“ markiert haben. Dann ging es zu Fuß an den Bahnhof. Diese lange Wanderung am Ende war zwar sehr anstrengend, aber trotzdem hat die Übernachtung, betreut von Pfr. Thomas Himjak-Lang, Jugendreferent Hannes Buchhardt, Gemeindediakonin Annette Bernhard und drei weiteren Teamern super viel Spaß gemacht und ich kann es nur weiterempfehlen! Katja Weißmann



ÜBER STOCK UND STEIN - WANDERGOTTESDIENST 27.10.2019

Thematisch und geographisch ging es vom Tal hoch hinaus bis in die luftigen Höhen der St. Anna Hütte. In Böchingen, an der Wurzel, mit den Gedanken, woher wir kommen, sind wir – nach einer Tasse Kaffee – gestartet. Die ersten Höhenmeter wurden gemeinsam erklommen auf dem Weg nach Gleisweiler, auf dem Weg zum Stamm, zur Martin Bucer Kirche. Ge-stärkt mit einem Impuls zum Stamm unseres Glaubens – und wahlweise mit Secco oder Saft – ging es steil hinauf zur St. Anna Kapelle. Die Krone bildete thematisch den Abschluss und gemeinsam ging es mit den rund 60 Teilnehmer*innen zum Mittagessen in die Anna Hütte, denn wandern macht hungrig und durstig! Mit insgesamt acht Kirchengemeinden haben wir uns auf den Weg gemacht. Dabei war der gemeinsame Vormittag geprägt von vielen beglückenden Momenten des Miteinanders! Thomas Himjak-Lang, Pfarrer



MUSIK LIEGT IN DER LUFT ... ODER: VON WEGEN: SOMMERLOCH!

Schon beim Konzertgottesdienst unseres Kirchenchors am 24. Mai hat alles gepasst! Von langer Hand sehr, sehr gut  vorbereitete Chorstücke (unsere TOP TEN), eingebunden in Liturgie und Predigt und verstärkt durch zwei Solo-Lieder unseres Tenors Michael Peters (begleitet von Galina Marker) war unter Leitung von Thomas Leiner ein ganz, ganz toller Abend gelungen:  "Ach, war das so schön!“ „Ich hatte Gänsehaut!“ „Mir würde viel fehlen, wenn ich nicht dagewesen wäre!“, so die Rückmeldung zahlreicher Besucher*innen, die uns lange mit stehendem Applaus belohnt hatten. Mit Häppchen, Getränken und einem Ständchen des Ökum. Flötenkreises ist der Konzertgottesdienst ebenso stimmig ausgeklungen!  Eva Weißmann

Am 4. August hat unsere Gemeinde den Sommer auf besondere Weise gewürdigt: Der ökumenische Flötenkreis unter Leitung von Frau Martina Liebertseder gestaltete nicht nur den schönen Gottesdienst unter Leitung von Pfarrerin i. R. Beate Hörner mit, sondern schenkte uns auch anschließend ein kleines Konzert. Mit alter und neuer, geistlicher und weltlicher Musik vollendete der Flötenkreis den Vormittag. Die vorgetragenen Stücke waren allesamt geeignet, den schönen Sommertag erst richtig in die Herzen der Gemeinde zu holen. Mit großer Freude hörten die Zuhörer*innen beschwingte, konzentriert und gekonnt vorgetragene Melodien. Berührende Texte zum Thema Musik & Glaube gaben dem Konzert eine zusätzliche, spirituelle Tiefenwirkung. So entstand eine fröhliche und dankbare Stimmung im Publikum wie unter den Musikant*innen, die in lang anhaltendem Beifall ihren Ausdruck fand. Georg Moll

Am 1. September war es mal wieder so weit: Dekanatskirchenmusiktag – und dieses Jahr nach 14 Jahren wieder zu Gast in Godramstein. Schon um 14.00 Uhr trafen sich verschiedene Chöre aus dem Bezirk – die Süd-Ost-Kantorei unter Leitung von Mirjam Hantke-Zimnol, der Kirchenchor Annweiler unter Leitung von Gerhard Betz und die Landauer Seniorenkantorei unter Leitung von Anna Linß zum Einsingen. Zum Glück war das Kuchenbuffet schon reich gedeckt und die Chorsänger*innen konnten sich nach der kurzen Probe stärken. Währenddessen war schon die Landauer Bläserkantorei in der Kirche eingetroffen und probte mit Christian Syperek auf der Empore der Godramsteiner Kirche. Zu Kaffee und Kuchen gab es im Gemeindehaus das Einsingen des Kirchenchors Godramstein unter Leitung von Thomas Leiner: Wie schön, bei Kaffee & Kuchen den Sangeskolleg*innen zuhören zu können! Um 15.00 Uhr war es dann so weit: Gesamtprobe aller Sänger*innen unter Leitung von Anna Linß und Christian Syperek. Auch die Bläser*innen durften noch einmal ans Kuchenbuffet in der Pause vor dem Gottesdienst. Um 16.30 Uhr hieß es dann „Du meine Seele, singe“. Dem Motto folgten auch etliche Gottesdienstbesucher*innen, denn die Kirche war rappelvoll. Mit der wunderbaren Gottesdienstleitung von Eva Weißmann und der Predigt von Dekan Volker Janke war der Gottesdienst eine rundum gelungene Sache. Im Anschluss konnte man vor der Kirche an Stehtischen den Tag noch ausklingen und die Seele weitersingen lassen. Anna Linß     



PRESBYTERIUMSGOTTESDIENST am 18.08.2019

Mit einem Flyer und den Schlagworten ANKOMMEN - AUFBRUCH - BEGEGNUNG - ERWARTUNG lud das Godramsteiner Presbyterium zu einem Gottesdienst besonderer Art ein: „Wir laden Sie ein, auszubrechen aus dem Alltag, mit uns auf eine Gedankenreise zu gehen, ins Unbekannte und zu uns selbst.“ Es gab einige Gedankenreisen, die sich anstelle einer Predigt zwischen moderne und traditionelle Lieder harmonisch einfügten. Auch die Gottesdienstbesucher konnten aktiv werden. Orgelimprovisationen begleiteten 45 sprudelnde Ideen, zum Beispiel:

REISEN bedeutet für mich …

- neues Land entdecken, zur Ruhe kommen und danken für das Gute, das Gott schenkte  
- mit allen Sinnen genießen
- den Alltag hinter mir zu lassen und Neues zu entdecken
- ohne Termine und Verpflichtungen die Zeit zu genießen und in den Tag hinein zu leben
- Begegnungen mit Menschen, die zu Freunden werden können
- Tapetenwechsel, neue Aus- und Einsichten
- andere Blickrichtung, andere Lebensarten / Menschen zu sehen und kennen zu lernen
- mich auf die Geschichte der Städte & Gegenden einzulassen, sie zu erkunden

(Alle REISE-Zettel können in der Godramsteiner Kirche betrachtet werden ).

Vielleicht hatten die Eingangsworte von Georg Moll und Dietlinde Helm oder auch das Lied „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ die Gottesdienstbesucher zu all den interessanten Niederschriften inspiriert?! Für „Erwartungen“, „Begegnungen“ und „Ankunft“ weckten die Presbyterinnen Renate Heiligenthal, Ursula Kaulartz und Dorit Simon Interesse. Schließlich fügten sich die Gebete von Pfarrerin Eva Weißmann stimmig in die Thematik ein. „Wo Menschen sich vergessen“, „Wir wollen aufstehn“,  „Vertraut den neuen Wegen“, „Lobe den Herrn, meine Seele“, „Ich lobe meinen Gott“, „Schalom“ – all diese schönen Texte und Melodien sang die Gemeinde im Wohlklang mit und erfüllte sowohl das Gotteshaus als auch die Herzen vieler Besucher, was einige beim geselligen Kirchenumtrunk im Anschluss vor der Kirche zum Ausdruck brachten. Die Presbyteriumsmitglieder wurden inspiriert – zu weiteren Gottesdiensten in Eigenverantwortung – man darf entsprechend gespannt sein auf den 19. Januar 2020, 10.00 Uhr, Prot. Kirche GodramsteinUrsula Kaulartz



KOOPERIEREN IST BESSER ALS KONKURRIEREN!

Dieses Motto stand sinnbildlich über dem diesjährigen und zweiten Presbyterfest der Kooperationszone im Nordwesten des Prot. Kirchenbezirkes Landau. Mehr als 40 Presbyterinnen und Presbyter, Pfarrerinnen und Pfarrer versammelten sich am Freitag, den 30. August, unter den idyllischen Kastanienbäumen im Hof des Godramsteiner Gemeindehauses. Bei gutem Essen und Trinken wurde nicht nur gemeinsam gefeiert, es wurden auch vielerlei Gedanken ausgetauscht und gemeinsame Pläne entwickelt. Es wurde dabei sehr deutlich, dass die Kirchengemeinden und Presbyterien in der Kooperationszone immer mehr zusammenwachsen, denn nur gemeinsam in der Zusammenarbeit aller lassen sich die immer schwierigeren Rahmenbedingungen in unseren Gemeinden schultern und die vielfältigeren Aufgaben über die einzelnen Gemeindegrenzen hinaus bewältigen. Unsere Kooperationszone besteht aus 7 Pfarrämtern mit 7 Pfarrer*innen,  1 Gemeindediakonin, 17 Kirchengemeinden und 22 Kirchen. Es gehören dazu die Prot. Pfarrämter Rhodt-Frankweiler, Am Hainbach Böchingen, Nußdorf, Godramstein, Albersweiler, Annweiler und Wilgartswiesen mit den dazugehörenden Dörfern.    Nach einer interessanten Kirchenführung klang der Abend in guter Stimmung aus, nicht ohne das Versprechen, sich im nächsten Jahr wieder in einer der Gemeinden zu treffen! Erich Steuerwald





"VIER ELEMENTE, INNIG GESELLT, BAUEN DAS LEBEN, BILDEN DIE WELT" (Friedrich Schiller)
Zusammengestellt von Pfr. M. Anefeld

Auch dieses Jahr (Februar 2019) gab es wieder eine Predigtreihe in den vier Pfarrämtern unserer Kooperationszone „Nordschiene“. Thema waren: „Die Vier Elemente“: Feuer, Wasser, Erde, Luft – aus diesen Grundbausteinen (Elementen) besteht die Welt. So dachten die alten Griechen. Heute wissen wir, dass es anders ist. Trotzdem sind es Elemente in dem Sinn, dass sie uns zurückwerfen auf die Grundgegebenheiten des Lebens. Wir machen elementare, ursprüngliche Erfahrungen mit Feuer, Wasser, Erde und Luft. Es sind Urkräfte, auf die wir jeden Tag angewiesen sind, mit denen wir jeden Tag leben. Und immer wieder haben Menschen in den vier Elementen Gott am Werk gesehen und gespürt.

Der Mensch wurde Mensch, als er lernte, das Feuer zu nutzen. Der Mensch wird Christenmensch, wenn er das Feuer der Geistkraft nutzt: Angesteckt in Be-Geisterung ist da Wärme. Da glimmt Hoffnung. Da glüht die Liebe. Da knistert es vor Spannung. Da sprühen Ideen wie Funken. Da sind zündende Gedanken. Da entflammt und entbrennt man, wird angefeuert zu neuen Gedanken und guten Taten.

Wasser ist wandelbar: hart wie ein Eisberg, friedlich plätschernd wie ein Bach, mit Kraft, die härtesten Felsen höhlt, sanft und beharrlich, stark wie ein Berg. Beides brauchen wir.

Wir kommen von der Erde, sie nährt und trägt uns, und wir gehen zu ihr zurück. Sie zieht uns an mit ihrer Schwerkraft. Sie hat etwas Tiefes, Verbindendes. „Und Gott blies dem Menschen den Odem des Lebens in die Nase.“

Und der Mensch versucht, Luftschlösser zu bauen, allein und ohne Gott nach Luft zu schnappen, gerät dabei ganz schön in Atemnot, einem Fähnlein im Wind gleich. Und doch lebt der Mensch weiter – durch Gottes Atem.

Der gemeinsame Abschlussgottesdienst fand am 3. März zentral in Walsheim statt. Es war wie jedes Jahr ein beglückendes und ermutigendes Erlebnis, zu sehen, wie Menschen aus allen Gemeinden gemeinsam singen, beten, hören und das Abendmahl feiern. Die vier Pfarrer der Kooperationszone, Pfr. Martin Anefeld, Pfr. Thomas Himjak-Lang, Pfr. Lothar Schwarz und Pfrin. Eva Weißmann, erläuterten in Kurzpredigten, welche Bedeutung die vier Elemente in einem Menschenleben haben:

  • ins Leben gerufen: aus Erde bist du genommen
  • zur Kindschaft berufen: mit Wasser bist du getauft
  • zur Nachfolge berufen: lebe in der Windkraft des Geistes Gottes
  • zur Verantwortung gerufen: das Feuer, das verwandelt und läutert

Musikalisch wurde der Gottesdienst mitgestaltet durch den Singkreis Rhodt: auch ein Zeichen, dass man inzwischen weiter schaut als nur bis zum Tellerrand der eigenen Gemeinde.

Ohne Gott
bin ich ein Fisch
am Strand,
ohne Gott
ein Tropfen
in der Glut,
ohne Gott
bin ich ein Gras
im Sand
und ein Vogel,
dessen Schwinge ruht.
Wenn mich Gott
bei meinem Namen ruft,
bin ich
Wasser,
Feuer,
Erde,
Luft.

Jochen Klepper (1903-1942)

VAGE PFÄLZER ODER WAGEMUTIGE PROTESTANTEN?

Mit einem feierlichen Abendmahlsgottesdienst feierten die Godramsteiner Protestant*innen und ihre Gäste am 1. Advent 2018 den 200. Jahrestag der Pfälzischen Kirchenunion. Für die kurzfristig erkrankte Reformationsbeauftragte der Landeskirche, Pfarrerin Mechthild Werner, erinnerte Pfarrerin Eva Weißmann in der Festansprache an den Wagemut unserer  protestantischen Vorfahren. 1818 schlossen sich die bis dahin streng getrennten lutherischen und reformierten Gemeinden in der Pfalz zu einer einzigen Protestantischen Kirche – der „unierten“ Kirche der Pfalz – zusammen. Die Pfälzer Kirchenunion entstand, eine Basisbewegung, denn die Entscheidung in den Gemeinden fiel weitgehend in freier Wahl. Am 16. Januar 1818 unterzeichneten fast alle „Hausväter“ in Godramstein die Vereinigungsurkunde. Im August 1818 legte dann eine gemeinsame Synode in Kaiserslautern die Grundsätze der Gemeinsamkeit in Lehre und Ordnung der pfälzischen Kirche fest.

Am 1. Advent 1818 (29. November 1818)  schließlich  feierten  die  Godramsteiner Evangelischen das erste gemeinsame Abendmahl in unserer Kirche.

Nur was eint, allein die Schrift, sollte fortan gelten: ein mutiges Bekenntnis zu ökumenischer Offenheit, die Vielfalt und Pluralismus anerkennt. Die Predigt im Festgottesdienst hatte Pfarrerin Werner auf den Epheserbrief bezogen: „Seid bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. … Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus.“ Zwei alte Kirchenlieder „Du bist die Liebe“ und „Auf Christen, auf“ erinnerten an das erste gemeinsame Gesangbuch von 1823. In der anschließenden Abendmahlsfeier waren die Gottesdienstbesucher*innen wieder in der Erinnerung vereint mit den Unionsvätern von 1818. Die damaligen Ereignisse zeigten uns,  dass alle bisher scheinbar unüberbrückbaren Lehrgegensätzen – insbesondere im Abendmahlverständnis – friedlich ausgeräumt werden konnten.

200 Jahre später sollte uns dies Mut machen, auch in der immer noch bestehenden Kirchentrennung zwischen katholischen und evangelischen Christen nicht zu verzagen, sondern mit der Kraft des Glaubens fest daran zu arbeiten, die Gegensätze friedlich aus der Welt zu schaffen, ganz besonders im Hinblick auf das gemeinsame Abendmahl aller Christ*innen.         

Erich Steuerwald

 

NEUE PREDIGTTEXTORDNUNG AB DEM 1. ADVENT 2018

In diesen Tagen wurde relativ still ein wenig Kirchengeschichte geschrieben: Die 40 Jahre „alte“ Predigttextordnung hat mit dem letzten Sonntag im Kirchenjahr geendet, mit dem Ersten Advent ist eine neue Ordnung in Kraft getreten. Das heißt: Die für jeden Sonn- und Feiertag vorgeschlagenen biblischen Texte zur Grundlage der Predigt verändern sich. Jeder Sonn- und Feiertag hat ja ein bestimmtes Thema: Entweder erkennt man das am Namen des Tages wie Weihnachten oder Pfingsten oder das Thema ist eher unbekannt wie zum Beispiel an einem 14. nach Trinitatis, an dem es „Dankbarkeit“ heißt.

Ein Thema gibt es immer.

Und jedem Thema sind an jedem Sonntag sechs biblische Texte zugeordnet, von denen einer immer das Evangelium ist, einer aus den Briefen stammt (= Epistel) und mindestens einer aus dem Alten Testament – dazu noch drei weitere, die zum Thema passen. Diese sechs Texte sollen im Laufe von sechs Jahren jeweils Grundlage der Predigt sein. Also wiederholen sich biblische Texte zur Predigt alle sechs Jahre. Nun werden sie neu geordnet. Manche Texte sind nicht mehr vorgesehen, andere Texte kommen hinzu: Es gibt mehr Abschnitte aus dem Alten Testament, auch Psalmen sind nun Predigttexte; es gibt mehr Texte, in denen Frauen eine wichtige Rolle spielen;  manche Sonntage  erhalten Texte, die zum Thema des Sonntags besser geeignet sind. Dazu kommen veränderte Wochenlieder und gelegentlich ein anderer Wochenspruch.

Alles in allem eine deutlich neue Ordnung – die wohl außer Prediger*innen kaum jemand bemerken wird ... Das ist aber nicht schlimm. Viel wichtiger ist, dass die Bibel in ihrer ganzen Fülle dargeboten wird und manche einander ähnliche Texte nicht mehr vorkommen. Dafür aber Texte, die bisher unbekannt waren. Es wird also, könnte man sagen, die Beleuchtung neu geordnet. Und wir hören klarer als bisher, wie Gott an seinen Menschen handelt, wie Menschen sich Gott zuwenden und um was genau der Sohn Gottes uns bittet – und uns zugleich tröstet in den Schrecken des Lebens.

Der Theologe und Dichter Jochen Klepper (1903-1942) hat sinngemäß geschrieben: Das Kirchenjahr ist eine der größten Leistungen des menschlichen Geistes. Dann wollen wir mit allen Kräften dazu beitragen, dass das Kirchenjahr, das immer an einem 1. Advent beginnt, ein wenig im Bewusstsein der Menschen bleibt. Oder anders: Das Kirchenjahr lässt uns Gottes Wort durchbuchstabieren, jedes Lebensjahr probiert es aus!             

Eva Weißmann, Pfarrerin