Tag 136: Dienstag, 28. Juli 2020

Spieglein, Spieglein an der Wand …

… oder: ein kleiner Wandertip mit erholsamen Ruhepunkten und toller Aussicht Richtung Zukunft.

 

Am Wochenende war ich unterwegs im Pfälzer Wald. Genauer: In Dörrenbach. Noch genauer: Auf der Suche nach Schneewittchen, Hänsel & Gretel, Dornröschen und Co. auf dem Gebrüder Grimm Märchenweg. Dank der Beschilderung, einer kleinen Krone, war jedes Märchen zu finden und alles nahm ein gutes Ende. Dornröschen wurde wachgeküsst, Hänsel & Gretel gelang die Flucht und Schneewittchen spuckte den vergifteten Apfel einfach wieder aus. Wie im Märchen eben …

Aber: Auch Märchen können wahr werden. Und zwar ganz ohne Prinzen & Prinzessinnen, böse Hexen oder gute Feen. Wie Schneewittchen den Apfel, der im Hals quersteckt, nicht einfach schlucken, sondern ausspucken – raus damit, atmen. Wie Hänsel & Gretel mutig aus dem Käfig ausbrechen, sich nicht einengen oder übersättigen lassen – Freiraum beanspruchen. Wie Dornröschen erstmal eine paar Nächte drüber schlafen, und doch immer bereit sein geweckt zu werden – raus aus dem Dornengestrüpp. Wie im echten Leben eben!

Gott, hilf mir meinen Weg zu finden – wenn es sein muss, auch durch ein Märchen. Amen.

Pfarrerin Jasmin Coenen, Albersweiler