Friedensworte

Krieg in der Ukraine - mitten in Europa. Bomben, Raketen, Explosionen. Kinder, Frauen und Männer in Todesangst. Kinder, Frauen und Männer sterben. Dieser Krieg ist eine Herausforderung und vielleicht auch eine Anfechtung für den Christenmenschen. Alte Denkmuster und Gewissheiten haben ihre Gültigkeit verloren. Hilflos, sprachlos, machtlos - voller Verzweiflung, voller Wut, voller Angst - gelähmt, paralysiert, ins Tiefste getroffen. So geht es vielen. Wir wollen versuchen, dem hier Friedensworte entgegenzusetzen.

005 kuscheltiereEin Fahrlehrer aus Annweiler organisiert am 17. März mit Kollegen einen Transport mit Sachspenden an die ukrainisch-polnische Grenze.

Diese unbürokratische Hilfsaktion finde ich großartig. Schnell hat sich unsere Kirchengemeinde bereit erklärt, die Kirche als Sammelstelle zur Verfügung zu stellen. Nun helfen wir mit, Kleidung in allen Größen (von Babykleidung in Größe 50 bis XXL - Bekleidung für Erwachsene) außerdem Spielzeug und Hygieneartikel zu sammeln.

Die Stadtkirche in Annweiler ist dienstags von 16 bis 18 Uhr und freitags von 10 bis 12 Uhr zur Abgabe von platzsparenden verpachten Spenden geöffnet. Wir freuen uns über alle Spenden.

Menschen, die solche Aktionen starten, geben mir in dieser von Angst und Unsicherheit geprägten Zeit viel Zuversicht.

"Was ihr einem meiner geringsten Brüder oder Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan."

Annette Bernhard

004 kerze handGott,
sei da in dieser kriegsdurchfurchten Nacht.

Sei das leise Schlaflied,
das die Kinder in Kiew und Charkiw ruhig einschlafen lässt
und ihnen einen Traum vom Frieden einflüstert,
den kein Bombengetöse zerreißt.

Sei der juckende Zweifel,
der den russischen Panzerführer
oder den Hacker in Minsk
innehalten lässt.

Sei die Unruhe,
die Menschen auf die Straße treibt
in Köln, Bordeaux und Kattowice.

Sei der Funke Hoffnung,
der Politikerinnen in der Nacht
zum Telefon greifen lässt.

Sei der lange Atem,
der Menschen überall
auf dem Globus
an friedlichen Lösungen arbeiten lässt.

Sei das leise Flüstern,
das mich ahnen lässt:
Dieses Gebet
und die Millionen anderen
gehen nicht ungehört an dir vorbei.

Sei der Mut,
den der traurige alte Mann
in Moskau braucht,
um sich selbst
in den Arm zu fallen.

Autor: Holger Pyka. Foto: pixabay


 

gebet ukaineDie Gefühle gehen durcheinander: lähmendes Entsetzen, ohnmächtige Wut, ratlose Verzweiflung. Was kann den Wahnsinn stoppen? Im Moment können und müssen wir beten. Es ist im Moment das größtmögliche Zeichen der Verbundenheit mit den Kindern, Frauen und Männern in der Ukraine. Und künftig werden aus dem Gebet Taten werden müssen: die bedingungslose Aufnahme von Flüchtlingen, die schnelle Lieferung von Hilfsgütern, und nicht zuletzt die Bereitschaft zum selbstlosen Verzicht. Frieden und Freiheit in der Ukraine werden und müssen uns etwas kosten.

Die Hände, die zum Beten ruhn,
die macht er stark zur Tat.
Und was der Beter Hände tun,
geschieht nach seinem Rat.
(Jochen Klepper)

Pfr. Martin Anefeld


 

Der Text kam mir immer zu heftig vor. Nie hätte ich geglaubt, dass die Bitten so aktuell, drängend und inständig sein würden. 

"Gib Frieden, Herr, gib Frieden,
die Welt nimmt schlimmen Lauf.
Recht wird durch Macht entschieden,
wer lügt, liegt obenauf.
Das Unrecht geht im Schwange,
wer stark ist, der gewinnt.
Wir rufen: Herr, wie lange?
Hilf uns, die friedlos sind.

Gib Frieden, Herr, wir bitten!
Die Erde wartet sehr.
Es wird so viel gelitten,
die Furcht wächst mehr und mehr.
Die Horizonte grollen,
der Glaube spinnt sich ein.
Hilf, wenn wir weichen wollen,
und lass uns nicht allein."
(Evangelisches Gesangbuch 430, 1+2) 

Pfr. Martin Anefeld


 

Gebet an diesem Abend, wo der Frieden in Europa in höchster Gefahr ist. 

Könnte ich doch hören,
was Gott der HERR redet,
dass er Frieden zusagte
seinem Volk und seinen Heiligen,
auf dass sie nicht in Torheit geraten.
Doch ist ja seine Hilfe nahe denen,
die ihn fürchten,
dass in unserm Lande Ehre wohne;
dass Güte und Treue einander begegnen,
Gerechtigkeit und Friede sich küssen;
dass Treue auf der Erde wachse
und Gerechtigkeit vom Himmel schaue.
(aus Psalm 85)