Tag 198: Montag, 28. September 2020

Ein gutes Näschen!

Eure Nase macht gerade eine besondere Zeit durch: Habt ihr mal gemerkt, dass die Masken, die ihr beim Einkaufen tragt – oder im Bus, oder in der Stadt – euren Geruchssinn verändern?

Ich weiß, einige haben die Nase voll – vom Maske tragen. Aber achtet mal drauf: Es gibt für die Nase ungeahnte, magische Momente – wenn ihr zum Beispiel nach dem Einkaufen die Maske abnehmt, mir geht’s so, dann riech ich auf einmal doppelt so viel. Meine Nase ist irgendwie sensibler.

Zum Beispiel habe ich neulich wieder den Duft von diesen Strohmatten in der Nase gehabt. Das riecht nach Stroh und Sonne und Freiheit. Es ist mehr als ein Geruch, das ist ein Gefühl. Meine Nase erinnert sich, wie wir früher mit den Rädern zum Schwimmbad gefahren sind – mit unseren Strandmatten auf dem Gepäckträger.

Und das stimmt: Die Nase hat einen direkten Draht zu euren Gefühlen und Erinnerungen. Ihr habt sogar ein eigenes Gedächtnis für Gerüche. Da sind immer noch die Gerüche aus eurer Kindheit abgespeichert. Ein Leben lang!

Übrigens: Als Gott den Menschen gemacht hat, küsst er ihn – ausgerechnet auf die Nase! Durch unsere Nase haucht Gott uns das Leben ein. Genau genommen verbindet euch eure Nase mit Gott – und mit Leben.

Die Nase hat also die Nase vorn – und ich glaube, ihr habt ein gutes Näschen – dafür wie Leben riecht… Also: immer der Nase nach!

Pfarrer Stefan Mendling, Annweiler