Tag 207: Mittwoch, 7. Oktober 2020

Zurückhaltung

Neulich habe ich diesen „Maschenstopper“ für mein nächstes Strickprojekt gekauft. Das „hübsche Helferlein in Herzform“ verspricht die Maschen vor dem Abrutschen von den Nadeln zurückzuhalten.

 

Wäre es nicht praktisch, wenn es auch einen Stopper zum Zurückhalten von Worten gäbe? Nicht nur beim Streit zuhause, sondern auch beim Telefonat mit dem Hotline-Mitarbeiter oder bei der Arbeit rutschen mir manchmal Worte heraus, die ich ziemlich bald bereue.

Geht es Ihnen auch so? Mit so einem Stopper würden manche Worte da bleiben, wo sie in diesem Moment besser sein sollten – unausgesprochen in unserem Kopf. Dieser Stopper könnte uns helfen, unsere Worte „zwischenzuparken“ und zu überdenken, bevor sie uns über die Lippen kommen.

Ich hatte mir Anfang dieser Woche fest vorgenommen, mich mehr zurückzuhalten. Die Zwischenbilanz fällt allerdings bescheiden aus. Aber dennoch spüre ich Hoffnung und möchte nicht aufgeben, wenn ich die Form meines „Helferleins“ sehe: ein Herz!

Aus Liebe sollten wir manche Worte zurückhalten. Nicht alles muss sofort oder überhaupt kommentiert werden, anderes nicht in der Schärfe, nicht in dem Ton, den wir gerade anschlagen wollten. Vielleicht hilft es uns in diesem Augenblick, erst einmal Luft zu holen und auf die Liebe Gottes in uns selbst zu hoffen. Denn allein sie ist „fähig zu schweigen und zu vertrauen, sie hofft mit Ausdauer und Widerstandskraft. Die Liebe gibt niemals auf.“ (1. Kor 13,7-8 / BigS)

Vikarin Almendra García de Reuter, Godramstein