Tag 211: Sonntag, 11. Oktober 2020

Mit Stacheln und Schale

Ich liebe Kastanien – am liebsten als Keschdegemies – also Kastaniengemüse.
… das schmeckt nach zu Hause, Heimat, Familie. Wenn`s Keschde gibt, dann habe ich meist Menschen um mich herum, die ich liebe. Vielleicht mag ich deswegen die Keschdezeit so gerne.

Aber bevor ich die Kastanien essen kann, muss die Schale ab – zweimal sogar. Zuerst die grüne Schale mit den Stacheln. Das ist der Schutzmantel der Kastanie, der dafür sorgt, dass die Kastanie am Baum nicht von Tieren gefressen wird. Die Schale geht noch ganz gut ab. Aber dann kommt die zweite Schale. Für die brauche ich schon etwas Geduld – aber: Es lohnt sich. Denn das Beste verbirgt sich unter der Schale.

Steht sogar schon in der Bibel: Nehmt euch Zeit dahinter zu schauen. Hinter das, was ihr auf den ersten Blick seht. Schaut genau hin, was sich unter der Schale verbirgt. Lasst euch nicht von den Stacheln abschrecken oder davon, dass ihr manchmal etwas Geduld braucht.

Übrigens: Bei Menschen ist das manchmal genau so.
Manche haben Stacheln – aus Schutz –, manche haben harte Schalen … Bei manchen Menschen braucht es viel Geduld, denn manche Menschen verstecken sehr gut, was eigentlich in ihnen steckt. Aber was so gut geschützt ist, was sich so gut verbirgt, das ist auch wertvoll. Jede Wette! Garantiert!

Pfarrerin Jasmin Coenen, Albersweiler