Tag 219: Montag, 19. Oktober 2020

Zwischen Meer und Land …

219 Strand… genau dazwischen liegt der Strand. Weder ganz im Meer noch ganz an Land. Strand eben.

Daneben das Meer – ständig in Bewegung. Durch das Meer verändert sich auch der Strand. Sieht nie gleich aus. Das Land hingegen ist beständig, steht fest, fast starr.

Am Strand spüre ich den Boden unter den Füßen – fest und doch gibt er nach. Ich kann einen Abdruck hinterlassen, der bleibt – und doch nicht. Schon bei der nächsten Wellle verschwindet er – vielleicht, kommt auf die Welle an. Wenn ich am Strand spazieren gehe, dann bin ich ganz im Jetzt.

 

Im Jetzt sein. Das will ich auch heute. Aktuell kann sich alles ständig verändern. Jeder Weg, den ich einschlage, jede Fußspur, die ich setze, kann im nächsten Moment von einer Welle erwischt werden. Deshalb will ich bewusst weitergehen. Nicht im Meer, in dem alles davontreibt. Nicht an Land, auf dem alles Bestand hat. Sondern am Strand. Will Fußabdrücke hinterlassen, nicht für morgen oder die nächsten Monate – einfach für heute.

Pfarrerin Jasmin Coenen, Albersweiler