Tag 229: Donnerstag, 29. Oktober 2020

Wir alle fallen… unendlich sanft.

Seit vielen Jahren begleitet mich Rainer Maria Rilke durch den Herbst. Schöner als er es in seinem Gedicht getan hat, kann man Melancholie, Vergänglichkeit und Geborgenheit dieser Jahreszeit nicht in Worte fassen.

Herbst
Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.
Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.
Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.
(Rainer Maria Rilke)

Pfarrer Lothar Schwarz, Rhodt