Tag 233: Montag, 2. November 2020

Turbulenzen

Tag 233 Turbulenzen

Es ist ein bisschen ein mulmiges Gefühl, das sich heute breitmacht, am Tag 1 des bundesweiten „Lockdown light“: Wie turbulent wird der November wohl werden, bei uns und anderswo, wo allein schon die Präsidentschaftswahlen für Wirbel sorgen?

Turbulent ging es die Tage auch in den Weinbergen zu: Hunderte von Zugvögeln tun das, was sie immer tun um diese Jahreszeit. Sie sammeln sich, um dann gemeinsam in ihr Winterquartier aufzubrechen. Weltweit sind geschätzt 50 Milliarden Tiere unterwegs.

Ein Jesuswort aus der Bergpredigt kommt mir in den Sinn: „Seht die Vögel unter dem Himmel: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in Scheunen, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel kostbarer als sie? Darum sorget nicht.“

Es ist nicht leicht, sich in diesen Tagen keine Sorgen zu machen. Light hin oder her. Gerade deshalb finde ich es so wichtig, sich immer wieder zu besinnen. Auf Dinge, die allen Turbulenzen trotzen. Auf Worte, die schon unzähligen Menschen vor mir Mut gemacht haben. Vielleicht auf ein Gebet, das ich dankbar mitsprechen kann. Um dann Erleichterung zu spüren und getrost das zu tun, was ich tun kann in dieser Jahreszeit. Ja. So will ich in den heutigen Tag und die kommende Zeit gehen.

Pfarrerin Eva Weißmann, Godramstein