Tag 247: Montag, 16. November 2020

Schmetterlingsflügel für die Seele

247 schmetterlingBetet ihr? Wenn ja, wann betet ihr – und wann nicht?

Viele sagen ja, es sei nicht gut, wenn man nur betet, wenn’s einem schlecht geht. So nach dem Motto: Ich melde mich nur bei Gott, wenn ich ihn brauche.

Aber warum denn nicht? Gott sagt doch selber: Ihr könnt immer, jederzeit zu mir beten – und nichts soll euch aufhalten, es soll nichts geben, dass euch daran hindert – zu beten. „Betet ohne Unterlass“. Heißt: Lasst euch durch nichts davon abbringen!

 

Manchmal fehlen mir die Worte zum Beten – oder ich bin zu müde oder kraftlos – und ich sag dann einfach zu Gott, nimm du die Gedanken aus meinem Herzen und reime dir selbst mein Gebet zusammen. Du weißt doch schon, was mit mir los ist.

Kleiner Tipp: Zur Not einfach alle Buchstaben des Alphabets runterbeten – und sagen: Gott setze daraus das Gebet zusammen, für das mir jetzt noch die Kraft fehlt.

Und ich merke: Beten tut gut.
Wenn ich einmal angefangen habe zu beten,
dann komme ich trotzdem immer wieder an den Punkt, dass mein Herz leichter wird und mir immer mehr Dinge einfallen, für die ich unendlich dankbar bin.

Beten fühlt sich an wie eine Metamorphose – wie wenn einer Raupe, die zuerst in ihrem Kokon gefangen ist, langsam Flügel wachsen – und dann als Schmetterling davonschwebt. Jedes Gebet ist so eine Verwandlung, eine Metamorphose – bei der das Herz leichter wird und der Seele flügeln wachsen. Guten Flug!

Pfarrer Stefan Mendling, Annweiler