Tag 266: Samstag, 5. Dezember 2020

Staubwedel

Tag 266 Staubwedel

Staubwedel

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber Advent und Weihnachten kommen alle Jahre wieder so plötzlich und unerwartet und meist dann, wenn man wahlweise keinen Kopf dafür hat oder nicht wirklich Zeit. Wie hat es jemand geschrieben?

„Wenn ich in mich hineinhorche, dann ist da erst mal keine Stimme zu hören, die sagt: Hurra, hinunter in den kalten Keller und flugs die Kartons mit den Weihnachtssachen geholt! Im Gegenteil: Der Staub auf dem Fensterbrett passt aus den verschiedensten Gründen oft grad besser zum Seelenleben als geschnitzte Figürchen und strohgebastelte Sterne …“

 

So steckt uns in diesen Tagen vielleicht nicht nur der November noch ziemlich in den Knochen, sondern letztlich das komplette Corona-Jahr. Da ist es gut, dass es unsere Gut-Nachrichten immer noch gibt: Jeden Tag öffnet sich quasi ein Türchen, sozusagen als Staubwedel und Lichtblick. Heute mag uns ein Adventslied aus dem neuen, blauen Liederbuch an die Hand nehmen (Nr. 107), wo es in der 1. Strophe heißt „An dunklen, kalten Tagen beschleicht uns banges Fragen: Was wird wohl morgen sein? Gott kommt und schafft die Wende, macht Angst und Furcht ein Ende und lässt uns Menschen nicht allein.“ Wenn das keinen Staub aufwirbelt!

Pfarrerin Eva Weißmann, Godramstein