Tag 278: Donnerstag, 17. Dezember 2020

Kunst am Bau(m)

Der international renommierte Künstler Guntram Prochaska hat sie vor wenigen Wochen gestaltet. Kettengesägte Holzfiguren. Wesen, die gefasst in der Landschaft stehen. Wer die Theresienstraße in Rhodt zur Streuobstwiese hochläuft, kann sie bewundern.

 

Mit einer schweren Motorsäge geformt, sind filigrane Gesichtszüge und ausdrucksstarke Gestalten entstanden. Die großen Hände sind eng an die Körper gelegt, als könnten sie zurzeit nichts ausrichten. Die Augen scheinen geschlossen zu sein, als wollten sie zurzeit nichts sehen. Die Körper stehen zusammengerückt beieinander, als wären sie zurzeit besonders auf Wärme angewiesen.

Es sind die Details, die beeindrucken: Die Maserung des Holzes, das traurige Lächeln der Lippen, die tiefliegenden Augenhöhlen. Sinnliche Wesen, deren Hände wichtiger sind als Flügel.

Sie bleiben vor Ort. Sie fliegen nicht davon. In triste Tage bringen sie Anmut und Ruhe. Dafür bin ich den drei Grazien dankbar. Dem, der sie geschaffen hat und denen, die das Werk in Auftrag gegeben haben, danke ich auch. Für das geglückte Vorhaben, Kunst und Kultur mitten in der Pandemie ein Denkmal zu setzen. Das ist Zuversicht.

Pfarrer Lothar Schwarz, Rhodt