Tag 321: Freitag, 29. Januar 2021

spazieren (Deutsch) -  [ʃpaˈt͡siːʁən]

321 spazierenMachen Sie das in diesen Corona-Zeiten auch häufiger als davor? "Gemächlich gehen zum Zwecke der Entspannung und Zerstreuung", "mit gemessenen Schritten einhergehen“, also spazieren? Was bleibt einem auch anderes übrig. In die Ferne reisen geht ja nicht zur Zeit.

Dabei ist Spazieren mehr als eine Notlösung. Das ist wissenschaftlich erwiesen. Da ist natürlich die körperliche Betätigung. Nicht zu anstrengend, nicht zu ehrgeizig, entspannt und entspannend. So soll der Spaziergang sein.

Gehen ist die ursprünglichste Form, sich den Raum zu erobern. Es zwingt in unserer rasanten Zeit zur Langsamkeit und lehrt, ganz neu wahrzunehmen, was vor Augen liegt, was einfach da ist - ganz in unserer Nähe.

Probleme sollte man im wahrsten Sinne des Wortes lieber an-gehen, als aus-sitzen. Denn beim Gehen spazieren auch die Gedanken, ersinnen neue Wege und Lösungen. 

Es gab im antiken Griechenland gar eine Philosophenschule, die nur im Gehen lehrte. Und für den großen Philosophen Immanuel Kant musste der Tag mit einem Spaziergang beginnen.

Und mir tun die Spaziergänge einfach gut.

Übrigens: Auch in der Bibel wird viel gegangen. Und manchmal ereignet sich da Entscheidendes. Lesen Sie mal bei Lukas in Kapitel 24.

Pfarrer Martin Anefeld, Nußdorf