Tag 322: Samstag, 30. Januar 2021

Blickwinkel

Gestern gab´s Halbjahreszeugnisse. Da dachte ich mir, starten wir heute mal mit einer kleinen Aufgabe: 

7 + 4 = 11
1 + 7 = 8
6 + 3 = 10
5 + 2 = 7

Fällt Ihnen etwas auf? Richtig! Eine ist falsch, wenn auch nur knapp. Aber – was rein zahlenmäßig ja überwiegt – drei sind richtig! Trotzdem: Was ins Auge sticht, das ist der Fehler. 

Ein Mädchen. Sie ist eine wunderbare Freundin, weil sie gut zuhören kann. Als die Clique schwimmen geht, bleibt sie zu Hause. Sie geniert sich, weil sie sich zu dick findet. Ein Schüler: Viele passable Noten: Nur in Englisch. Da hat´s nicht mal mehr zur Vier gereicht. So vieles läuft. Aber was stört, ist das, was nicht läuft. Die beiden Beispiele sind wie die Aufgabe eingangs: Drei richtig, eine falsch. Oft haben wir so einen Blick auf uns selbst und nicht zuletzt auf andere. 

Nun gibt es in der Bibel so manche Geschichte, in der es u.a. darum geht: Drei richtig, eine falsch. Eine davon ist die von Josua. Er zögert, weil er zweifelt, ob er der Aufgabe gerecht werden kann. Da spricht Gott ihm Worte voller Verheißung zu: „Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. … Denn ich, der Herr, dein Gott, bin mit dir in allem, was du tun wirst.“ Wenn eine Aufgabe auf uns wartet, dann ist es tatsächlich wichtig, ob wir allein davorstehen oder ob wir uns darauf verlassen können, dass uns jemand zur Seite steht. Josua hat dieser Zuspruch geholfen. So manchem Schulkind mit Halbjahreszeugnis im besten Fall auch die Eltern:

Pfarrerin Eva Weißmann, Godramstein