Tag 335: Freitag, 12. Februar 2021

Anleitung zum Engel-Sein

Könnt ihr es erkennen? Spuren im Schnee… Genauer gesagt: ein Schnee-Engel.

Meine Kinder lieben es, Schnee-Engel zu machen – mit Armen und Beinen im Schnee einen Engel zu malen, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, dann zu fantasieren, ob es ein alter Engel ist – oder ein junger; oder ein müder Engel oder ein wilder.

Wann habt ihr das letzte Mal einen Schnee-Engel gemacht? Nutzt den Schnee, so lange er noch da ist. Denn ihr werdet merken: Engel hinterlassen einen Abdruck, einen Eindruck. Engel sind ganz unterschiedlich, wild, müde, groß, klein. Manchmal auch sehr verschwommen, undeutlich, unscheinbar. Aber sie entstehen nur da, wo Menschen sich fallen lassen und wieder zu Kindern werden. Im Schnee auf jeden Fall. Vielleicht auch ohne Schnee.

Hier eine kleine Anleitung zum Engel-Sein: Lass dich fallen, vertrau darauf, dass Gott da ist. Bewege dich, Arme und Beine, glaube daran, dass jede Bewegung einen Eindruck hinterlässt – etwas bewegt! Freu dich – wie ein Kind; über den Schnee, über die Sonne, über andere Menschen. Und: Überrasch dich selbst – zum Beispiel beim Schnee-Engel-in-den-Schnee-Malen. Und jeder Schnee-Engel hat eine Botschaft: es gibt sie wirklich! Engel. Und meistens sind es Menschen. Oder?

Pfarrer Stefan Mendling, Annweiler