Tag 393: Sonntag, 11. April 2021

Projekt Hoffnung

393 umgegraben2Ich habe Hoffnung. Aber dafür habe ich schwer geschuftet. Der Schweiß floss in Strömen, und der Muskelkater war wirklich nicht von schlechten Eltern. Das tat richtig weh. Sechs Stunden habe ich gebraucht, um den Vorgarten umzugraben. Zwei gehäufte Schubkarren mit Unkrautwurzeln habe ich abgefahren (wen es interessiert: Winden, Quecken, Disteln, Efeu, Japanknöterich).

Aber jetzt ist alles bereit. Eine Blumenwiese will ich da säen. Und obwohl ich es kaum erwarten kann, bin ich gedanklich darauf vorbereitet, dass sich wochenlang nichts tut. Aber dann! Wenn es warm wird, wird wachsen, was wohlbehütet in der Erde lag. Dann wird es da grün und bunt, dann wird es da summen und brummen, dann ist da Leben, dann ist da, was ich erhofft habe.

Der Vorgarten ist mein Projekt, gegen Corona anzuhoffen. Es liegt wahrhaftig noch viel Einsatz vor uns. Das mag uns erschöpfen und auch weh tun. Und wir mögen kurzfristig keinen Erfolg sehen. Doch je sorgfältiger wir den Boden bereiten, je nachhaltiger wir das Virusübel bei der Wurzel packen, um so eher und mehr kann das Leben wieder in seiner Fülle aufblühen.

"Hoffnung, die sich verzögert, ängstet das Herz; wenn aber kommt, was man begehrt, das ist ein Baum des Lebens." (Sprüche 13,12)

Pfarrer Martin Anefeld, Nußdorf