Tag 496: Freitag, 23. Juli 2021

Hoffnungsmund

Tag 496 hoffnungsmund

„Güldenmund“. So nannte die Alte Kirche einen ihrer größten Prediger, Johannes Chrysostomos, Erzbischof von Konstantinopel. Es war den Menschen, als ob Gold aus seinem Munde flösse.

Aus dieser etruskischen Tonplastik kommt kein Gold, da wächst Grün. Eine Laune der Natur, aber voller Symbolkraft. Grün wie die Hoffnung. Das brauchen die Menschen heute. Jemanden, aus dessen Mund Worte der Hoffnung fließen: in den Trümmern ihrer Häuser und ihrer Existenzen, in den Irrungen und Verwirrungen von Inzidenzien und Corona-Kurven, in Ratlosigkeit und Resignation, in Zorn und Ängsten angesichts der Klimakatastrophe.

Hoffnungsworte kann man sich nicht selbst sagen. Man muss sie sich sagen lassen. Und jeder kann zum „Hoffnungsmund“ für andere werden.

Hoffnungsworte können Gebete sein oder Spenden oder tatkräftige Unterstützung.

Hoffnungsworte können stumm sein im stillen Zuhören, im Wahrnehmen, im nur dabei Sein.
Hoffnungsworte können laut werden im Protest, im richtigen Kreuz auf dem Wahlzettel, im Aufstehen für die richtige Sache.

Ob die letzten 496 Gut-Tu-Nachrichten auch ein „Hoffnungsmund“ waren? Ich hoffe es. Am Ende jedoch halte ich mich fest an dem, was Gott selbst mir zuspricht:

„Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.“

Pfarrer Martin Anefeld, Nußdorf