Gute Nachricht - Gut-Tu-Nachricht

Tag 341: Donnerstag, 18. Februar 2021

Erinnerungen

Tag 341 Erinnerungen

Letzte Woche habe ich Fotos ausgedruckt, gerahmt und aufgehängt. Sie sind schöne Erinnerungen an vergangene Urlaubszeiten, Begegnungen und gelungene Aktionen im Arbeitsleben. Die Bilder haben die Räume, in denen ich sie aufgehängt habe, verändert. Großartige Landschaften und strahlende Gesichter sehe ich da. Glanz mitten im Februar. Erinnerungen sind nicht nur Gedanken. Oft sind sie mit sinnlichen Erfahrungen verbunden. Mit Geräuschen wie dem Plätschern des Wassers, dem Duft von frisch gemähtem Gras , dem Gefühl der Freiheit und Leichtigkeit. Erinnerungen an Vergangenes können wohltuend und motivierend sein. Sie berühren das Herz. Auch die Bibel ist ein Buch voller Erinnerungen. Darin werden jahrtausende alte Glaubensgeschichten erzählt. Sie beschreiben Erfahrungen, die Menschen im Leben und mit Gott gemacht haben. Sie erzählen auch davon, dass Wüstenzeiten vorbei gegangen sind. Im Vertrauen auf Gott können wir uns auf dem Weg machen: In diesen neuen Tag und in die Zukunft .

 Damit deine Hoffnung sich gründe auf den Herrn, erinnere ich daran heute gerade dich. Sprüche 22,19

Gemeindediakonin Annette Bernhard, Hofstätten - Annweiler


 

Tag 340: Mittwoch, 17. Februar 2021

Reiß die Mauer ein!

Zugegeben: Ich kann nicht in die Köpfe von Menschen reinschauen, aber ich glaube – in so manchem Kopf, steht so manche Mauer. In meinem Kopf ist das jedenfalls so.

Haushoch ist sie, meist selbstgebaut. Eine Mauer besprüht mit Gedanken. Gedanken, die flüstern oder schreien: Das kannst Du nicht machen! Das geht so nicht! Ging noch nie so – also unmöglich! Sätze, die blockieren. Die Mauer unüberwindbar erscheinen lassen.

Anders läuft es in der Bibel ab – bei Jesus. Der lässt sich nicht durch ein Ging-noch-nie-so blockieren. Der schiebt die Blockaden beiseite und macht. Macht den Handlungspielraum weit, eröffnet Spielraum, Lebensraum. Wenn er zum Beispiel mit den Ausgestoßenen der Gesellschaft essen geht – sogar zu ihnen nach Hause geht. Dorthin geht, wo es bisher hinter vorgehaltener Hand flüsterte: Da geht doch keiner hin! Ging noch nie einer hin.

Stattdessen: Geht nicht, gibt’s nicht. Zumindest nicht, wenn da nur die Mauer im Kopf spricht. Dazu ruft Dich auch das Motto der diesjährigen Fastenaktion der ev. Kirche auf, die heute startet. Spielraum: 7 Wochen ohne Blockaden – so lautet das Motto 2021.

Also: Frag Dich in der kommenden Zeit doch mal, wo Du blockiert bist oder was Dich blockiert. Und: Falls die Mauer nur in Deinem Kopf existiert, reiß sie ein und schau was dahinter steckt. Vielleicht gefällt es Dir ja! In jedem Fall eröffnet es Dir Raum. Spielraum.

Alle sagten das geht nicht – dann kam einer der wusste das nicht und hat`s einfach gemacht. (Autor*in unbekannt)

Pfarrerin Jasmin Coenen, Albersweiler

 

 


 

 

 

Tag 339: Dienstag, 16. Februar 2021

Tag 339

Unter Druck kann ich am Besten arbeiten. Mehr sogar, nur unter Druck kann ich arbeiten.

Kennen Sie solche Sätze? Ich habe mir diese während des Studiums immer wieder aufgesagt. Ich habe mir und anderen immer wieder davon erzählt, dass ich nur mit Druck Hausarbeiten schreiben könne oder nur mit Zeitdruck für Prüfungen lernen könne. Es hat sogar funktioniert (und tut es teilweise auch heute noch). Doch was passiert, wenn es wirklich nicht mehr reicht. Heute Abend beim Schreiben dieser Gut-Tu-Nachricht ist es soweit: die Luft ist raus, ich bin platt und ideenlos. Wie schaffen Sie es damit umzugehen, wenn es nicht reicht? Bisher ist es immer irgendwie gut gegangen, mehr oder minder erfolgreich. Manchmal habe ich mich gerettet mit einem Manöver, dass ich in der Schule kennengelernt habe. Die Frage einfach ins Plenum zurückgeben: Wie gehen Sie damit um, wenn bei Ihnen die Luft raus ist und Sie liefern müssen?

Pfarrer Thomas Himjak-Lang, Annweiler

 


 

 

 

Tag 338: Montag, 15. Februar 2021

Nomen est omen

Tag 338 Nomen

Wo Rosen draufstehen, sollten auch Rosen drin sein, dachte ich mir, wenn schon so vieles andere, was heute eigentlich auf der Tagesordnung stünde, nicht drin sein kann. Wo der Name Rosenmontag herkommt, lässt sich gar nicht eindeutig sagen: Er könnte auf das Mittelhochdeutsche und damit den „rasenden (wilden) Montag“ zurückgehen oder meint den sogenannten „Rosensonntag“ an Laetare, an dem der Papst eine Goldene Rose zu weihen pflegte und einer verdienten Persönlichkeit übergab. Vielleicht wurden Sie gestern ja „mit Rosen bedacht“?

Ich hätte heute eine Rosengeschichte für Sie: In der Zeit seines Pariser Aufenthaltes soll Rainer Maria Rilke regelmäßig an einer Bettlerin vorbeigekommen sein. Er gab nie etwas, seine französische Begleiterin warf häufig ein Geldstück hin. Eines Tages fragte diese, warum er nichts gebe. Rilke antworte: „Wir müssen ihrem Herzen schenken, nicht ihrer Hand.“ Wenige Tage später brachte er eine eben aufgeblühte Rose mit, legte sie in die offene, abgezehrte Hand und wollte weitergehen. Da geschah das Unerwartete: Die Bettlerin blickte auf, erhob sich mühsam von der Erde, tastete nach der Hand des fremden Mannes, küsste sie und ging mit der Rose davon. Eine Woche lang war sie verschwunden. Nach acht Tagen saß sie plötzlich wieder an der gewohnten Stelle. Sie war stumm wie eh, wiederum nur ihre Bedürftigkeit zeigend durch die ausgestreckte Hand. „Aber wovon hat sie denn die ganze Zeit gelebt?“ fragte die Französin. Rilke antwortete: „Von der Rose.“

Pfarrerin Eva Weißmann, Godramstein

 


 

 

 

Tag 337: Sonntag, 14. Februar 2021

Erscheinungen

337 engelGestern ist mir ein Engel erschienen! Und ich habe sogar ein Foto von ihm. Seht her!

Das ist doch kein Engel, könnte einer sagen. Das ist eine natürliche Erscheinung. Da scheint nur die tiefstehende Sonne durch ein altes Ruinenfenster und wirft diesen engelartigen Schein an die gegenüberliegende Mauer.

Mag sein, das ist eine Erklärung - sachlich, neutral, nüchtern. Aber so eine Erklärung empfindet nichts. Sie findet keinen Sinn. Sie versteht nicht die Bedeutung, die natürliche Erscheinungen für Menschen erlangen können. Ein sachlich-nüchterner Mensch wird beispielsweise haargenau erklären können, was ein Baum ist. Aber er wird nie ergründen können, wie der Baum zwei Liebenden erscheint, die sich darunter zum ersten Mal küssen..

Für mich ist ganz klar: Dies ist ein Engel. Denn diese wunderbare Lichterscheinung erreichte mich genau in dem Moment, als ich wieder einmal darüber grübeln musste, wie es denn in dieser Corona-Krise weitergeht.

Pfarrer Martin Anefeld, Nußdorf


 

 

 

Tag 336: Samstag, 13. Februar 2021

Romantiker und Skeptiker, morgen ist Valentinstag!

Tag 336 Romantiker

Die Skeptiker verpönen diesen Tag als Erfindung der Blumenindustrie, um die Liebe an sich zu kommerzialisieren. Die Romantiker freuen sich über eine weitere Gelegenheit im Jahr die Liebe zu feiern. Der Gedenktag für den Märtyrer Valentinus ist umstritten. Eingeführt wurde er im Jahr 469 für die ganze Kirche und im Jahr 1969 aus dem römischen Generalkalender wieder gestrichen. Ich oute mich hiermit: Ich gehöre zu den Romantikern und feiere diesen Tag seitdem ich denken kann – gerne auch mit Blumen! Es ist doch schön, wenn der Kommerz einmal einem guten Zweck dient: Die Liebe zur feiern! Der 14. Februar ist eine gute Gelegenheit, unsere Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen – für eine liebe Freundschaft oder Partnerschaft, mit einem Anruf, einer handgeschriebenen Karte oder einer kleinen Aufmerksamkeit. Was spricht dagegen? Vieles spricht aus meiner Sicht dafür. In diesem Sinne laden wir gern Romantiker und Skeptiker zum „Die Liebe hört niemals auf“- Gottesdienst morgen den früh ein. Die grenzenlose Liebe ist Thema. Melden Sie sich Bitte per E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! an, wir freuen uns auf Sie!

Vikarin Almendra García de Reuter, Landau-Godramstein

 

 


 

Tag 335: Freitag, 12. Februar 2021

Anleitung zum Engel-Sein

Könnt ihr es erkennen? Spuren im Schnee… Genauer gesagt: ein Schnee-Engel.

Meine Kinder lieben es, Schnee-Engel zu machen – mit Armen und Beinen im Schnee einen Engel zu malen, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, dann zu fantasieren, ob es ein alter Engel ist – oder ein junger; oder ein müder Engel oder ein wilder.

Wann habt ihr das letzte Mal einen Schnee-Engel gemacht? Nutzt den Schnee, so lange er noch da ist. Denn ihr werdet merken: Engel hinterlassen einen Abdruck, einen Eindruck. Engel sind ganz unterschiedlich, wild, müde, groß, klein. Manchmal auch sehr verschwommen, undeutlich, unscheinbar. Aber sie entstehen nur da, wo Menschen sich fallen lassen und wieder zu Kindern werden. Im Schnee auf jeden Fall. Vielleicht auch ohne Schnee.

Hier eine kleine Anleitung zum Engel-Sein: Lass dich fallen, vertrau darauf, dass Gott da ist. Bewege dich, Arme und Beine, glaube daran, dass jede Bewegung einen Eindruck hinterlässt – etwas bewegt! Freu dich – wie ein Kind; über den Schnee, über die Sonne, über andere Menschen. Und: Überrasch dich selbst – zum Beispiel beim Schnee-Engel-in-den-Schnee-Malen. Und jeder Schnee-Engel hat eine Botschaft: es gibt sie wirklich! Engel. Und meistens sind es Menschen. Oder?

Pfarrer Stefan Mendling, Annweiler