Gute Nachricht - Gut-Tu-Nachricht

Tag 439: Donnerstag, 27. Mai 2021

Im richtigen Moment

Tag 439 Moment

Es sind Millisekunden, die hier zählen. Genau im gleichen Moment abgedrückt – meine Tochter und ich haben bei einer Fotosafari den perfekten Moment erwischt, um uns gegenseitig beim Fotografieren zu fotografieren. Es gibt jetzt zwei Bilder, die jeweils den anderen zeigen – hinter einem Blitz, der aussieht wie eine Sonne, die alles überstrahlt – ein Gänsehautmoment, denn wir sind für eine Millisekunde synchron und absolut gleichzeitig. Danach haben wir versucht, das zu wiederholen – ohne Erfolg. So was klappt offenbar nur einmal.

Besondere Momente, die eine ungeheure Leuchtkraft haben, als wäre die Sonne zum Greifen nah, gibt es auch in der Bibel. In Psalm 84,12 erlebt jemand Gott auch als Sonne, die zum Greifen nah ist: „Gott der Herr ist Sonne und Schild.“ Es sind diese Momente, wo Gott und ich uns gleichzeitig ansehen, wenn sich unsere Blicke treffen und lauter Licht zwischen uns ist. Eine Millisekunde Gänsehaut, der perfekte Moment! Es gibt ihn. Und ich glaube, auch Gott hat dann Gänsehaut. Das Schöne ist: Solche Momente kommen einfach – sie lassen sich nicht provozieren, nur Genießen. Oder?

Pfarrer Stefan Mendling, Annweiler

 

 


 

Tag 438: Mittwoch, 26. Mai 2021

Leben unterm Regenbogen

Tag 438 Regenbogen

Jeder Regenbogen fasziniert mich. Die wunderschönen Farben und sein majestätisches Aufragen in den Himmel, lassen mich ehrfürchtig werden. So nah und doch unerreichbar ist ein Regenbogen. Sichtbar, wenn man die Sonne im Rücken und die Regenwand vor sich hat. Sichtbar, aber nicht greifbar.

Seit Noahs Zeiten ist der Regenbogen Sinnbild für den Frieden Gottes mit den Menschen. Ein Symbol der Geborgenheit und des Schutzes (1. Mosebuch, Kapitel 9)

Selten sieht man einen durchgehenden Regenbogen, der sich ganz über die Landschaft legt. Sehr selten sieht man den darüber liegenden Nebenregenbogen und die dunkle Fläche zwischen den Bögen. Diese Fläche nennt sich „Alexanders dunkles Band“. Wie sie zu erklären ist, kann man bei Wikipedia nachlesen, ich hab’s nicht verstanden.

Ich weiß aber, dass die Fotografin des Bildes die Sonne im Rücken und den Regen vor sich hat. Wie alle Menschen.

Leben mit Rückendeckung. Auch, wenn dunkle Wolken auftauchen, bleibt das Leben schön und faszinierend, bunt und beschützt. Auch, wenn wir Gott nicht greifen können zeigt er sich. Hinter uns, vor uns, über uns. Und oft auch – in doppelter Bedeutung- unter uns.

Pfarrer Lothar Schwarz, Rhodt

 


 

Tag 437: Dienstag, 25. Mai 2021

Begeisterung

437 begeisterungÜber Pfingsten hatten wir Besuch. Mein Vorschlag, eine Wanderung zu machen, ist auf wenig Resonanz gestoßen. Wenn ich Kindern dagegen vorschlage, ins Schwimmbad zu gehen, ist Freude meist groß.

Wir Menschen lassen uns immer wieder begeistern: von anderen Menschen, von einem Lied, einem Hobby, einem Ehrenamt. Wenn wir von einer Sache begeistert sind, setzen wir uns für sie ein mit unserer Kraft, unserer Zeit und unseren Möglichkeiten. Und wir merken: Wir freuen uns darüber und sind mit uns im Einklang. Begeisterung tut gut. Man fühlt sich lebendig.

Wir haben Pfingsten gefeiert. Gott möchte zur treibenden Kraft unseres Lebens werden. Seine Nähe und die Gemeinschaft in seinem Namen soll uns stärken. Ab und zu kann ich sie spüren, die Begeisterung für unseren Glauben, die bewegt und verändert:

Menschen gehen mit frohen, veränderten Gesichtsausdruck aus dem Gottesdienst nach Hause. Ehrenamtliche üben ihre Tätigkeit mit Leidenschaft aus. Und beleben so die Gemeinde.

Gemeindediakonin Annette Bernhard, Annweiler/Hofstätten


 

Tag 436: Montag, 24. Mai 2021

Angesteckt

436 feuer aPfingsten. Mit Feuerflammen auf den Köpfen der Jünger begann es, und wie ein Lauffeuer breitete es sich aus, dieses „Feuer“ des Evangeliums. Es lässt sich nicht mehr ersticken, es bleibt kein Schwelbrand, sondern wird ein loderndes Feuer, ein Flächenbrand, der alle Kontinente erfasst. Mit Feuereifer machen sich die Apostel daran, die Gute Nachricht weiterzusagen und weiter zu tragen. Es brennt, das Pfingstfeuer, bis heute – weltweit.

Ja, da haben die Alten ein schönes Bild für die Wirkung des Heiligen Geistes gefunden. Er wirkt wie Feuer:

Da ist Wärme.
Da glimmt Hoffnung.
Da glüht die Liebe.
Da knistert es vor Spannung.
Da sprühen Ideen wie Funken.
Da sind zündende Gedanken.
Da wird man angesteckt mit Freude.
Da entflammt und entbrennt man,
wird angefeuert zu neuen Gedanken,
da wird man angesteckt in Be-Geisterung.

Pfarrer Martin Anefeld, Nußdorf


 

Tag 435: Sonntag, 23. Mai 2021

 Missverständnisse

Tag_435_Missverständnis

Vor ein paar Jahren erzählte mir Altdekan Molitor eine Geschichte: Er hat Gottesdienst in seiner Gemeinde gefeiert. In der Predigt ging es um die Schöpfungsgeschichte und die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Gerade auf diesen Punkt hat er besonderen Wert gelegt, hat explizit betont: Frauen und Männer sind gleichberechtigt. Nur, manchmal kommen Botschaften nicht immer so an, wie sie gedacht sind. Am Ende seines Gottesdienstes kam einer älterer Herr auf ihn zu, freudestrahlend und bedankte sich bei Ihm: Danke Herr Pfarrer, endlich sagt es mal einer. Männer und Frauen sind eben nicht gleichberechtigt.

Heute feiern wir Pfingsten, das Fest der Kirche. Das Fest des Heiligen Geistes, der auf die Welt kommt und die Menschen sprachfähig macht. Ich glaube daran, Gottes Geist ist mitten unter uns. Doch trotz allem, kommt es auch heute immer wieder zu Missverständnissen. Fast scheint es sogar so zu sein, als ob man nur das hört, was man eben hören will. Dabei wäre es so einfach. Wenn man einfach nur besser zuhören würde. Aber so einfach ist es eben nicht, obwohl wir den Geist der Liebe schon in uns haben. Da hilft nur eine klare Sprache, aufmerksames Zuhören, mitdenken, viel Rückfragen stellen und eben das Vertrauen auf Gottes Geist der Liebe.

Pfarrer Thomas Himjak-Lang, Annweiler


 

Tag 434: Samstag, 22. Mai 2021

 Seid, was ihr feiert

434 pfingstrose"Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander“, so heißt es an diesem Wochenende wieder in unseren Gottesdiensten. Wie aber hören wir die Pfingstgeschichte im 2. Corona-Jahr, immer noch auf Abstand und mit Mundschutz und Gesangverbot? Das Pfingstwochenende ist gekommen und versammelt an einem Ort, ja, das sind wir schon auch. Aber: Wir sind längst nicht alle beieinander in unseren Kirchen. Die Pfingstgeschichte damals, sie hatte ja einiges an Menschenmenge, Lautstärke und Bewegung mit sich gebracht. Da war richtig was los, 50 Tage nach Ostern, als der Pfingsttag gekommen war: Die Jünger beginnen, von den großen Taten Gottes zu reden, und bringen sie damit gleichsam zur Welt. Und ich frage mich: Wie können wir in diesen Tagen ans erste Pfingstfest anknüpfen und beseelt sein von Gottes Geist und seinem Wort? Vielleicht, wenn wir uns auf das Ureigenste besinnen: 

Seid, was ihr feiert (Albert Altenähr) 

Feuer des Geistes
Flammende Liebe
Sturmbraus´ Kraft
Lebendiger Hauch
Bunter Farbenwirbel
Vielgestaltig eins
Mutige Kante
Christinnen und Christen 

Pfarrerin Eva Weißmann, Godramstein


 

Tag 433: Freitag, 21. Mai 2021

Jetzt ist Pause

433 PauseAus der Musik weiß ich es ganz genau: Pausen sind dazu da, dass man sie macht. Anders bricht das Chaos aus.

Im richtigen Leben ist das genau so. Man kann nicht immer nur rennen, planen, werkeln, schuften. Es muss eine Zeit geben, die zu nichts anderem da ist, als Zeit zu haben. Sonst geht es schief.

Das geht überhaupt nicht, meinen Sie? Nun ja, der liebe Gott  selbst macht es uns vor: Sechs Tage hat er geschuftet und geschaffen. "Und am siebten Tage ruhte er von allen seinen Werken, die er gemacht hatte." Von ALLEN seinen Werken. Erst dann war seine Schöpfung vollendet und das Chaos besiegt.

Probieren Sie es auch! Abschalten. Alles abschalten. Also keine Pause machen, nur um dann um so härter arbeiten zu können. Sondern Pause machen, weil Pause ist - als ob Sie zuvor alles geschafft hätten. Sie werden staunen, wie sich die Dinge da ordnen können.

Also: Nehmen Sie Platz zur Pause! Einen Tässchen Kaffee vielleicht? Oder ein kühles Bier? Oder einen Schoppen Schorle?

Pfarrer Martin Anefeld, Nußdorf