Gute Nachricht - Gut-Tu-Nachricht

Tag 365: Sonntag, 14. März 2021

Tag 365!

365Seit einem Jahr gibt es täglich die Gut- Tu - Nachricht! Am Anfang ging ich davon aus, dass wir maximal bis zum Tag 100 schreiben würden. Das war eine totale Fehleinschätzung. Jeder Tag beginnt bei mir mit einer Tasse Kaffee, der Gut- Tu- Nachricht unsere Regionalgruppe und der Zeitung. Übrigens lesen sie täglich einige hundert Personen.

Nun leben wir schon ein Jahr mit der Krise. Bei manchen Menschen habe ich den Eindruck, dass sie sich mit der Situation arrangiert haben und das nun die neue Normalität ist. Kein Händedruck, keine Umarmung und das Leben spielt sich hauptsächlich in den eigenen vier Wänden ab.

Ich habe da einen anderen Blickwinkel. Mir fehlen viele Kontakte und der Alltag erscheint mir manchmal ziemlich grau. Gleichzeitig hoffe ich, dass in absehbarer Zeit das Leben wieder bunter wird.

Wir werden Feste feiern, wir werden tanzen und auch auf großen Trauerfeiern  nah beieinanderstehen und weinen.
Wir werden uns an den Händen halten.
Wir werden uns zu den Geburtstagen in die Arme nehmen und fest drücken.
Wir werden einander ins Gesicht sehen können – in das ganze Gesicht – und werden lachen.
Und wir werden singen, laut und fröhlich, werden reisen können -
und dabei eine dankbare und verantwortlichere Haltung leben. 

Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung
und nicht wanken;
denn er ist treu, der sie verheißen hat.
Hebräer 10,23

Gemeindediakonin Annette Bernhard, Annweiler / Hofstätten


 

Tag 364: Samstag, 13. März 2021

Deine Stimme zählt!

364 wahlomatEs tut gut, gefragt zu werden. Am Sonntag ist Landtagswahl, da sind wir alle gefragt. Jede Stimme zählt. Vielleicht haben Sie schon gewählt per Briefwahl. Bis Sonntag, spätestens um 18 Uhr müssen die ausgefüllten Wahlunterlagen bei der angegebenen Stelle abgegeben sein. Oder Sie gehen direkt ins Wahllokal.

Sind Sie sich unsicher, wen Sie wählen sollen? Möglicherweise hilft Ihnen der Wahl-O-Mat weiter, um sich zu informieren und dann zu entscheiden.

Vielleicht sehen Sie das mit der Wahl nicht so positiv wie ich. Ich kenne etliche, die unzufrieden mit Politikerinnen und Politikern sind und sagen, von denen will ich niemand wählen, denn wenn die mal an der Macht sind …. Bevor Sie gar nicht wählen, ein Tipp meinerseits. Von den 13 Parteien, die für den Landtag kandidieren, ist laut Hochrechnungen davon auszugehen, dass nur 5 vielleicht 6 die Fünf-Prozent Hürde überwinden und in den neuen Landtag einziehen. Bei der Erststimme kandidieren auch Menschen, die wissen, dass sie kein Direktmandat erlangen. Solchen Parteien oder Personen die Stimme zu geben, bringt sie zwar nicht an die Macht, aber es stärkt die kritischen Stimmen innerhalb einer Demokratie.

Zum Schluss: Ich habe einen „Ohrenweide-Podcast“ zum Thema gefunden. Helge Heynold liest den Text "Der Hut, der Minister und die Gerechtigkeit" von Friedhelm Kändler aus dem Buch "Schöner Denken mit WoWo. Genießen Sie diesen unter:

https://www.evangelisch.de/audios/183053/08-03-2021/ohrenweide-der-hut-der-minister-und-die-gerechtigkeit-friedhelm-kaendler

Pfarrer Jürgen Leonhard, Landau


 

Tag 363: Freitag, 12. März 2021

Peter Pan 

Tag_363_Peter_Pan

„Ich glaube ich werde niemals erwachsen, das ist nur teuer und anstrengend“

In meinem Freundeskreis wurde dieser Satz häufig geäußert. Was wie der Traum Peter Pans klingt, birgt auch heute noch eine gewisse Faszination für mich. Gerade wenn es um augenscheinlich „erwachsene“ Entscheidungen geht, wie um einen Küchenkauf, die richtige Autowahl oder die Entscheidung welche Versicherungen notwendig sind. Manchmal wäre es schön, solche Entscheidungen anderen getrost überlassen zu können. Ohne natürlich mit den Konsequenzen leben zu müssen oder unter fremden Entscheidungen leiden zu müssen ...

Leid erprobt sind die Meisten unter uns schon. Wir mussten und müssen uns auch weiterhin einschränken zum Wohl der Allgemeinheit. Ich bin heilfroh, dass ich in den letzten Monaten keine politischen Entscheidungen treffen musste, die das Leben von Millionen betraf. Die Diskussionen, ob oder wie Gottesdienste an Heilig Abend gefeiert werden, waren mir genug emotional aufgeladen. Manchmal wäre es schön Kind zu sein, Entscheidungen anderen zu überlassen ...

Aber nur manchmal! Wenn es um den Ess-Plan oder „zu-Bett-geh-Zeiten“ geht, dann sieht die Sache schon ganz anders aus. Es ist ein schöner Traum mal keine Verantwortung zu tragen, aber eben auch nicht mehr. Jede und jeder von uns ist verantwortlich. Wir tragen für unser Leben, für unser Wohlbefinden die Hauptlast. Manches kann uns nicht abgenommen werden. Und doch gibt es immer wieder die Gelegenheit das innere Kind raus zu lassen. Das Leben ist nicht so bitter ernst, auch hier und heute gibt es viele Gelegenheiten zum Lachen, um sorglos wie ein Kind sein Leben zu führen.

Pfarrer Thomas Himjak-Lang, Annweiler


 

Tag 362: Donnerstag, 11. März 2021

Stolpersteine 

362 empty tomb gemeinfrei pixabayIn der Passionsgeschichte wird von einem ziemlich großen Brocken erzählt: „Wer wird den Stein wegrollen?“, überlegen die Frauen auf dem Weg zu Jesu Grab und ihre Frage ist zeitlos: Immer wieder gibt es Steine, die im Weg liegen. Da ist der Streit in der Familie. Da heißt es Abschied nehmen von einem Menschen. Da erreichen uns Bilder von unsäglichem Leid und Nachrichten lasten einem auf der Seele.

In einer Geschichte legt ein Mann verächtlich lachend einen schweren Stein in die Krone einer jungen Palme und geht davon. Sie schüttelt, biegt sich, versucht die Last abzuwerfen. Vergebens. Tiefer krallt sie sich in den Boden, bis ihre Wurzeln Wasseradern erreichen. Die Kraft aus der Erde und die Sonne aus der Höhe machen sie zu einer königlichen Palme, die den Stein zu stemmen vermag. Als nach Jahren der Mann wiederkommt, senkt die Palme ihre Krone, zeigt ihm den Stein und sagt: „Ich danke dir. Deine Last vermochte mich stark zu machen!“

Steine wahrnehmen. Unterwegs sein, unterwegs bleiben und die Wege gehen, die das Leben zu gehen aufgibt. Gestürzte stützen und nach dem eigenen Stolpern das Aufstehen wieder lernen, das will uns Jesu Passion zeigen. Durch ihn dürfen wir hoffen, dass das Unerwartete auch für uns wahr werden kann: Dass der Stein schon weggerollt ist.

Pfarrerin Eva Weißmann, Godramstein


 

Tag 361: Mittwoch, 10. März 2021

Das Weidenkätzchen
(Christian Morgenstern)

361 kaetzchenKätzchen, ihr, der Weide,
wie aus grüner Seide,
wie aus grauem Samt!
Oh, ihr Silberkätzchen,
sagt mir doch, ihr Schätzchen,
sagt, woher ihr stammt!

"Wollens gern dir sagen:
wir sind ausgeschlagen
aus dem Weidenbaum,
haben winterüber
drin geschlafen, Lieber,
in tieftiefem Traum."

In dem dürren Baume,
in tieftiefem Traume
habt geschlafen ihr?
in dem Holz, dem harten,
war, ihr Weichen, Zarten,
euer Nachtquartier?

"Musst dich recht besinnen;
was da träumte drinnen,
waren wir noch nicht,
wie wir jetzt im Kleide
blühn von Samt und Seide
hell im Sonnenlicht.

Nur als wie Gedanken
lagen wir im schlanken
grauen Baumgeäst;
unsichtbare Geister,
die der Weltbaumeister
dort verweilen lässt."

Kätzchen, ihr, der Weide,
wie aus grauer Seide,
wie aus grauem Samt!
Oh, ihr Silberkätzchen,
ja, nun weiß, ihr Schätzchen,
ich, woher ihr stammt.

Weidenkätzchen und Gedicht gefunden von: Pfarrer Martin Anefeld, Nußdorf


 

Tag 360: Dienstag, 9. März 2021

Mut zum Weltfrauentag

360 Susanne Niemeyer KaffeetrinkenIm Nachgang zum Weltfrauentag möchte ich diese Gedanken von Susanne Niemeyer* mit Ihnen teilen:

„Wir leben in einer Zeit der Selbstoptimierung. Zeitschriften, Seminare und Psychotests suggerieren uns: Es gibt immer etwas zu verbessern. Es hört nie auf. Um eine bessere Mutter/Liebhaberin/Arbeitnehmerin zu sein gibt es Coaches, um eine funktionierende Weltenbürgerin zu sein, Therapien. Wer nicht glücklich ist, ist selber schuld.

Damals als es noch keine Frauenzeitschriften gab, wurde Jesus mal gefragt, was das allerwichtigste Gebot sei. Er sagte „Gott zu lieben und seinen Nächsten lieben wie sich selbst.“ Man könnte das übersetzen: sich angenommen fühlen. Sich selber annehmen. Und deshalb auch andere annehmen können. Wer in einem solchen Meer an Liebe schwimmt, kann nicht untergehen.“

Ich wünsche Ihnen, dass Sie den Mut haben, sich immer wieder in dieses Meer zu trauen und für sich sagen können: Ich bin okay. Einen fröhlichen Weltfrauentag!

Vikarin Almendra García de Reuter, Godramstein

* Texte und Bild aus: Niemeyer, Susanne: Mut ist...Kaffeetrinken mit der Angst. 40-mal anfangen, Freiburg 2008, S. 78f.


 

Tag 359: Montag, 8. März 2021

Meine kleine Welt

359 gtn 8.3Darf ich vorstellen? Meine kleine Welt! Es sieht zumindest auf dieser Aufnahme so aus, als ob ich auf der Erde stehe – wie ein Riese in seiner Hälfte der Erdkugel. Oder aber die Welt um mich herum ist geschrumpft wie ein Luftballon, der die Luft verliert. Auf jeden Fall stimmen die Größenverhältnisse nicht mehr. Das liegt an der 360°-Kamera. Mit ihr ist diese besondere Perspektive möglich.

Da ist was dran: Gefühlt ist die Welt um mich herum in den letzten Wochen geschrumpft. Manchmal habe ich mich auch wie ein Riese in meiner kleinen Welt gefühlt. Aber kommt es darauf überhaupt an, wie groß meine Welt ist?

„Gott hält die ganze Welt in seiner Hand“, singe ich mit meinen Kindern oft. „Der muss aber große Hände haben!“, hat mal eins gesagt. Genau, es kommt nicht darauf an, wie groß die Welt ist, sondern darauf, dass Gottes Hände groß genug sind… Und sie sind groß genug, dass alles hineinpasst: Meine kleine Welt, meine engen Grenzen, meine Sehnsucht. Gott hält unsere kleine große Welt in seiner Hand…

Pfarrer Stefan Mendling, Annweiler