Gute Nachricht - Gut-Tu-Nachricht

Tag 460: Donnerstag, 17. Juni 2021

Gemeinschaft

Tag_460_Gemeinschaft

In den letzten Monaten hat mir etwas gefehlt. Der Kontakt mit anderen Menschen. Das hat sich auf meine Stimmung ausgewirkt. In diesen Tagen beobachte ich, dass Begegnungen eine echte Quelle der Freude sind. Sei es im Supermarkt, bei Sitzungen oder im Gottesdienst. Mit anderen gemeisam etwas bewegen, gemeinsam musizieren, Sport treiben oder Gottesdienst feiern - das habe ich vermisst.
Mit den aktuellen Lockerungen normalisiert sich für viele Menschen die Lage. Andere leiden auch in normalen Zeiten unter Einsamkeit. Betroffene leben auch in unserem Umfeld. Kontaktarmut ist schädlich. In England gibt es sogar ein Ministerium, das Strategien gegen die Vereinsamung entwickelt. Die Gemeinde ist ein wichtiger Ort der Begegnung. Und das ist gut so !

Gut, dass wir einander haben, gut, dass wir einander sehn,
Sorgen, Freuden, Kräfte teilen
und auf einem Wege gehn.
Gut, dass wir nicht uns nur haben,
dass der Kreis sich niemals schließt
und dass Gott, von dem wir reden,
hier in unsrer Mitte ist.

Gemeindediakonin Annette Bernhard, Annweiler / Hofstätten

 

 


 

Tag 459: Mittwoch, 16. Juni 2021

 Tag 459 Bilder GaulIch bin doch schon groß! Ich bin doch schon selbstbestimmt. Ich koche und esse, was ich möchte. Oder zumindest was ich mir selbst erlaube. Vieles in meinem Leben habe ich selbst in der Hand, kann ich selbst bestimmen. Sogar in meinem Beruf.

Nur manchmal gibt es andere Tage. Nur manchmal gibt es dieses Gefühl, dass es zu viel wird, dass mir die Dinge entgleiten und ich als Getriebener reagiere. Wenn man Luther glauben kann, dann hatte er auch diese Momente seines Lebens ganz in Gottes Hand gelegt. Oder zumindest zu legen versucht. Der Selbstzweifel ist Luther nicht unbekannt.

Mir und vermutlich auch vielen von Ihnen wird es ähnlich gehen. Gottes Pläne mit uns sind selten glasklar. Überraschungen begegnen uns immer wieder. Gerade deswegen kann ich oft für mich sagen: es ist gut, wie es gekommen ist. Und bei Ihnen?

Pfarrer Thomas Himjak-Lang

 


 

Tag 458: Dienstag, 15. Juni 2021

Morgenstund hat Gold im Mund

Tag_458_Morgenstund

Lieber Gott,
bis jetzt geht’s mir gut: Ich habe noch nicht gelästert,
keine Beherrschung verloren, war noch nicht schlecht gelaunt,
egoistisch oder zügellos. Ich habe noch nicht gejammert, geklagt,
geflucht oder Schokolade gegessen,
und meine Bankkarte hab´ ich auch noch nicht belastet.
Aber: In etwa einer Minute werd´ ich aus dem Bett klettern,
und dann, dann brauche ich wirklich deine Hilfe, lieber Gott.

Wenn passend zu diesem Gebetsfundstück für heute die Tageslosung lautet:
„Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft, noch seine Güte von mir wendet“,
dann kann es eigentlich nur ein guter Tag werden, ganz gleich,
wie das eine oder andere EM-Spiel auch ausgehen mag …

Pfarrerin Eva Weißmann, Godramstein

 


 

Tag 457: Montag, 14. Juni 2021

Ich singe mit, wenn alles singt

457 gehausmeinherzGestern war es so weit. Nach über einem Jahr Schweigen. Wir haben gesungen! Im Gottesdienst unter freiem Himmel. O, wie gut tat das:

Geh aus, mein Herz, und Suche Freud
In dieser lieben Sommerzeit!
...
Narzissus und die Tulipan,
die ziehen sich viel schöner an
als Salomonis Seide.
...
ich singe mit, wenn alles singt;
und lassen, was dem Höchsten klingt,
aus meinem Herzen rinnen.

Nie habe ich deutlicher gespürt, wie befreiend das Singen wirkt. Und wie viel Hoffnung und Zuversicht darin steckt.

Pfarrer Martin Anefeld, Nußdorf


 

Tag 456: Sonntag, 13. Juni 2021

456 Abendgebet fb


 

Tag 455: Samstag, 12. Juni 2021

Der Riesenrad-Effekt

455 riesenradEs geht wieder rund! Wenn ich mit meinen Kindern Riesenrad fahre, dann sehen wir, wie die Welt unter uns immer kleiner wird. Und je höher wir kommen, desto mehr spüre ich meine Höhenangst. Meine Kinder sind genau das Gegenteil: nicht höhenängstlich, sondern höhensüchtig. Sie genießen es, wenn die Welt unter ihnen kleiner und kleiner wird. Normalerweise sind sie ja die Kleinen in einer großen Welt. Im Riesenrad sieht die Welt für sie anders aus: Die Erwachsenen, die in der Stadt herumlaufen, sehen für sie aus wie Ameisen. Überhaupt: Die ganze Welt sieht aus wie ein großes Wimmelbuch. Meine Kinder können sich von da oben gar nicht satt sehen.

Und obwohl ich Höhenangst habe, genieße auch ich die Fahrt im Riesenrad. Mein Trick: ich sehe nicht nach unten, sondern lasse meinen Blick am Horizont schweifen. Und was mir sonst groß und wichtig erscheint, wirkt auf einmal klein und unbedeutend. Die Fahrt im Riesenrad verändert meinen Blick auf die Welt. Das ist der Riesenrad-Effekt!

Dasselbe macht übrigens Jesus mit seinen Jüngern: Er zeigt ihnen die Aussicht auf Gottes Welt – und ihnen wird wahrscheinlich schwindelig bei dem Gedanken, dass zum Beispiel die Kleinsten für Gott das Größte sind, und den Kindern das Himmelreich gehört. Jesus fährt quasi mit seinen Jüngern Riesenrad: Er zeigt ihnen, wie die Welt von oben aussieht, aus der Perspektive Gottes. Die Jünger haben vielleicht auch Höhenangst, weil sie nach unten sehen, festhalten wollen an ihrem alten Weltbild, darin nach Anhaltspunkten suchen, nach Argumenten, nach Standpunkten, die ihnen vertraut sind. Ich kenne diese Höhenangst. Doch ich weiß: sobald meine Augen den Horizont berühren, verändert das mein Weltbild - und aus Höhenangst wird kindliche Höhensehnsucht – das ist der Riesenrad-Effekt. Und ich kann mich gar nicht daran satt sehen!

Pfarrer Stefan Mendling, Annweiler


 

Tag 454: Freitag, 11. Juni 2021

Dumme Kuh?

454 KuhSie wirken behäbig, können aber springen, schwimmen und bis zu 40 km/h schnell galoppieren. Sie grasen friedlich auf der Weide, können aber richtig gefährlich werden.

Kühe hören besser als Menschen, sie riechen weiter. Sie kommunizieren miteinander, sie drücken Gefühle aus. Sie haben Freunde innerhalb einer Herde und sie weinen um verstorbene Familienmitglieder. Sie kümmern sich rührend um den Nachwuchs. Sie sind verschmust, erfreut, neugierig und verspielt. Manchmal sind sie auch erschöpft. Bei 4 Stunden Schlaf und den vielen Kilos am Körper sei es ihnen verziehen. Kühe können richtig menschlich sein.

Kühe versorgen uns mit wichtigen Lebensmitteln. Als Opfer der Intensivtierhaltung mahnen sie zur Besinnung. Als „blöde Kuh“, „Wilder Stier“, „Rindvieh“ oder „Heilige Kuh“ grasen sie in unserer Sprachlandschaft.

Eine Welt ohne Kühe will ich mir nicht ausmalen. Manch „dumme Kuh“ ist ein wahres Juwel. Wie die auf dem Bild.

Pfarrer Lothar Schwarz, Rhodt